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Audi Q7: Fast 2,5 Tonnen und über 100.000 Euro überzeugen

Dunkelblauer Audi Q7 Power SUV steht in einem modernen Autohaus mit große Fenster im Hintergrund.

Fast 2,5 Tonnen Gewicht und ein Preis von über 100.000 Euro halten den neuen Audi Q7 nicht davon ab, zu überzeugen.


Mit dem bevorstehenden Marktstart des Q9 und der dritten Q7-Generation hat Audi erstmals mehr SUV als klassische Pkw im Programm: sieben gegenüber fünf.

Nun steht die dritte Generation bereit. In der Länge schrumpft sie um einen Zentimeter, wächst jedoch um vier Zentimeter in der Breite und um sechs Zentimeter in der Höhe. Angeboten wird sie mit fünf, sechs oder sieben Sitzen. Damit rückt sie dem neuen Q9 sehr nahe, mit dem sie Plattform, Motoren, Innenraum und große Teile des Fahrwerks teilt.

Der Grund dafür liegt auf der Hand: Nordamerika, wo große SUV weiterhin besonders gefragt sind, steht für 46 % der Q7-Verkäufe. Zugleich verdeutlichen die Produktionszahlen, welche Bedeutung das Modell für Audi erlangt hat: Von der ersten Generation entstanden zwischen 2005 und 2015 rund 550.000 Exemplare, von der 2015 eingeführten zweiten Generation 780.000 Fahrzeuge.

Familienähnlichkeit beim Audi Q7

An der Front fallen die hoch positionierten Audi-Ringe, die schlankeren digitalen LED-Scheinwerfer und der markante Kühlergrill auf. Dieser erhält neue Lufteinlässe und ist gegen Aufpreis beleuchtet erhältlich.

In der Seitenansicht prägen kräftig ausgeformte Radhäuser sowie die steiler stehende C-Säule den Auftritt. Am Heck bilden OLED-Leuchten, die über ein durchgehendes Lichtband miteinander verbunden sind, die wichtigste Neuerung. Ebenfalls neu sind Türen mit elektrischer Öffnungs- und Schließfunktion einschließlich Soft-Close-Funktion.

Qualität auf traditionsgemäß hohem Niveau

Materialauswahl, Verarbeitung und Montage entsprechen dem Niveau, das man von einem Audi und einem SUV für mehr als 100.000 Euro erwartet. Auch an Platz mangelt es naturgemäß nicht, schließlich ist dieses Fahrzeug über fünf Meter lang und zwei Meter breit.

In der siebensitzigen Ausführung, die 2250 Euro Aufpreis kostet, findet ein 1,80 m großer Passagier in der zweiten Reihe reichlich Bein- und Kopffreiheit vor.

Der mittlere Platz hinten ist dagegen schmaler und mit einer härteren Polsterung versehen. Noch störender für die Person in der Mitte der zweiten Reihe dürfte jedoch der große Mitteltunnel im Boden sein.

Das riesige Panoramadach lässt sich in neun Stufen in seiner Durchlässigkeit einstellen. So können die Insassen den Innenraum je nach Wunsch heller gestalten oder stärker abschirmen.

Beim Siebensitzer fasst der Kofferraum abhängig von der Sitzposition 670 Liter. Mit umgeklappten Sitzlehnen steigt das Ladevolumen auf bis zu 2075 Liter. Seitliche Aluminiumschienen ermöglichen außerdem die Sicherung des Gepäcks mit verschiebbaren Adaptern und verstellbaren Verzurrpunkten.

Eine weitere Neuerung der siebensitzigen Konfiguration: Über Tasten an der Kofferraumseitenwand lassen sich die Sitzlehnen elektrisch absenken und wieder aufrichten. Beim bisherigen Q7 konnten sie zwar per mechanischem Entriegelungshebel umgelegt werden, zum Aufstellen musste man sie jedoch von Hand betätigen.

Elektrifizierter Diesel

Auf den Nebenstraßen während der ersten Fahrt mit dem neuen Audi Q7 V6 TDI mit 299 PS zeigte sich schnell, wie weit sich Dieselmotoren entwickelt haben. Nach mehr als 130 Jahren Entwicklungsarbeit besitzt dieser V6 kaum noch etwas von der rauen Art, die lange mit dieser Motorbauart verbunden wurde.

Der Motor läuft kultiviert und spricht spontan an. Das Drehmoment von 630 Nm übernimmt den größten Teil der Arbeit. Unterhalb von 1750 U/min unterstützt jedoch das elektrische 48-V-Mild-Hybrid-System, um die Reaktion zu füllen, solange der Diesel noch nicht seinen höchsten Drehmomentbereich erreicht hat.

Das Mild-Hybrid-System setzt sich aus einem riemengetriebenen Startergenerator, einem in den Antriebsstrang integrierten Generator und einer 1,7-kWh-LFP-Batterie zusammen. Letztere zählt zu den größten Batterien, die in einem solchen System eingesetzt werden. Der Elektromotor leistet 18 kW (24 PS) und 230 Nm und soll Verbrauch, Beschleunigung und Zwischenspurts verbessern.

In bestimmten Situationen, etwa beim Rangieren, Parken oder im Stadtverkehr, kann der Q7 kurze Strecken zudem ausschließlich elektrisch zurücklegen.

Die Fahrleistungen überzeugen, wie der Sprint von 0 auf 100 km/h in 6,2 s belegt. Beim Verbrauch überraschte der Q7 allerdings aus dem falschen Grund: Am Ende der Strecke lag der Durchschnitt bei knapp 13 l/100 km, also deutlich über den homologierten 7,2-8,0 l/100 km.

Da es sich lediglich um einen ersten Fahreindruck handelt, muss ein ausführlicherer Test zeigen, wie repräsentativ dieser Wert tatsächlich ist.

Agiler, als es sein Gewicht vermuten lässt

Mit 2455 kg Gewicht war nicht zu erwarten, dass der neue Q7 seine Masse in Kurven so wirkungsvoll kaschiert. Die Lenkung arbeitet direkter als zuvor und benötigt nur 2,2 Lenkradumdrehungen von Anschlag zu Anschlag, gegenüber 2,6 beim Vorgänger. Das sorgt dafür, dass dieser fünf Meter lange SUV spontaner auf Lenkbefehle reagiert.

Auch die Hinterachslenkung trägt maßgeblich dazu bei. Bei geringem Tempo schlagen die Hinterräder entgegen der Vorderräder ein und verringern den Wendekreisdurchmesser um 1,1 Meter. Bei höherem Tempo lenken sie in dieselbe Richtung und erhöhen damit die Stabilität.

Das gefahrene Fahrzeug verfügte außerdem über die optionale Luftfederung. Sie verändert die Karosseriehöhe und passt ihr Ansprechen an die verschiedenen Fahrprogramme an. Entscheidend sind jedoch weniger die Millimeter als das Ergebnis auf der Straße.

Mit 22-Zoll-Rädern und im Comfort-Modus verbindet der Q7 angenehmen Federungskomfort mit einer sehr wirksamen Kontrolle der Karosseriebewegungen. Eine weitere gefahrene Version mit 23-Zoll-Rädern und Sport-Abstimmung hinterließ dagegen einen weniger guten Eindruck. Zu viele Unebenheiten gelangen in den Innenraum, was den Komfort deutlich beeinträchtigt.

Das zeigt, dass mehr nicht automatisch besser sein muss. Für ein SUV dieser Größe und Ausrichtung wirkt die 22-Zoll-Konfiguration klar ausgewogener.

Was kostet der Audi Q7?

Der gefahrene Audi Q7 V6 TDI quattro mit 299 PS kann in Portugal bereits bestellt werden, die Preise beginnen bei 110.000 Euro. Das ist viel Geld, doch die wichtigsten Konkurrenten kosten noch mehr: Ein BMW X5 xDrive30d liegt bei 112.300 Euro, ein Mercedes-Benz GLE 350 d 4MATIC bei 115.000 Euro.

Auch wenn ein SUV für 110.000 Euro selbstverständlich nicht günstig genannt werden kann, ist der neue Q7 damit etwas erschwinglicher. Beim BMW X5 wurde bereits eine neue Generation vorgestellt, sie ist allerdings noch nicht auf dem Markt. Der Mercedes-Benz GLE wurde in diesem Jahr überarbeitet und ist ebenfalls bereits erhältlich.

Wie bei deutschen Premiummarken üblich, kann der Einstiegspreis durch die Optionsliste rasch steigen. Wer die siebensitzige Ausführung wählt, muss beispielsweise weitere 2250 Euro einplanen. Die Kombination aus Luftfederung und Hinterachslenkung, die für Fahrverhalten und Komfort des Q7 besonders viel bewirkt, kostet zusätzlich 4500 Euro.

Ein Plug-in-Hybrid fehlt noch

Bei den Rivalen gibt es eine Möglichkeit, weniger auszugeben: ein Plug-in-Hybrid (PHEV). Sowohl BMW als auch Mercedes-Benz bieten PHEV-Versionen für etwas mehr als 100.000 Euro an. Sie sind etwas günstiger und zusätzlich attraktiv, weil sie mehrere Dutzend Kilometer elektrisch fahren können und gleichzeitig mehr Leistung bieten.

Der Audi Q7 hat darauf vorerst keine Antwort. Zum Marktstart ist ausschließlich der gefahrene V6 TDI verfügbar. Plug-in-Hybrid-Varianten folgen erst Ende des Jahres oder zu Beginn des nächsten Jahres.

Urteil

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