Zum Inhalt springen

5 unbekannte Gebrauchtwagen: Honda CR-Z, Mazda2, Peugeot 508, Skoda Scala und Suzuki Vitara

Weißes sportliches Honda Coupé „Unknown 5“ in moderner Ausstellungshalle mit Glasfront.

Wie das Sprichwort sagt: „Es ist besser, gut anzukommen, als lustig zu sein.“ Der Automarkt liefert zahlreiche Modelle, die das bestätigen.

Manche blieben hinter den erwarteten Verkaufszahlen zurück. Andere verkauften sich durchaus ordentlich, wurden jedoch von den üblichen Verdächtigen in den Schatten gestellt. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt kann dieser Mangel an Aufmerksamkeit allerdings ein Vorteil sein: Geringere Nachfrage kann auch einen stärkeren Wertverlust bedeuten.

Mit diesem Gedanken haben wir auf PiscaPisca.pt fünf „unbekannte Größen“ ausgewählt, die weiterhin Beachtung verdienen. Einige sind selten, andere schlicht unauffällig – doch alle haben gute Gründe, auf der Wunschliste zu stehen.

Honda CR-Z (2010–2014)

Preise ab 8750 Euro

Was ist das? Den Anfang dieser Auswahl macht ein echtes „automobiles Einhorn“. Der 2010 eingeführte Honda CR-Z sollte den Geist des ursprünglichen CRX ins 21. Jahrhundert übertragen. Zu einer Zeit, als Honda die Elektrifizierung bereits vorantrieb, verband er einen 1,5-i-VTEC-Motor mit dem IMA-Hybridsystem und bot – höchst ungewöhnlich für einen Hybrid – ein Sechsgang-Schaltgetriebe.

Das Problem: Die 124 PS – später 137 PS – blieben hinter dem zurück, was das Design und das manuelle Getriebe erwarten ließen. Sein Fahrverhalten war ordentlich, doch der CR-Z war nie ein wirklich sportliches Auto. Das kam auch seiner Verkaufskarriere nicht zugute.

Dafür besaß er einen Vorteil, der heute noch wichtiger ist: den Verbrauch. Das Hybridsystem ermöglicht im Alltag reale Durchschnittswerte von rund 6,0 l/100 km; bei zurückhaltender Fahrweise ist sogar weniger möglich. Für ein kleines Benzin-Coupé mit Schaltgetriebe ist das durchaus beachtlich.

2014 verschwand er vom europäischen Markt. Die geringen Neuwagenverkäufe spiegeln sich heute in einem ebenso kleinen Gebrauchtwagenangebot wider. Daher vorab der Hinweis: Wer unbedingt einen Honda CR-Z möchte, braucht Geduld, einen scharfen Blick und … Glück. Auf PiscaPisca.pt wird beispielsweise nur ein Exemplar angeboten.

Worauf sollte man achten? Der Akku des Hybridsystems ist besonders bei älteren Fahrzeugen der wichtigste Prüfpunkt. Es sollte sichergestellt werden, dass keine Warnmeldungen im Kombiinstrument angezeigt werden und das Hybridsystem einwandfrei arbeitet.

Auch die 12-V-Batterie verdient Aufmerksamkeit: Ist sie schwach, kann sie zahlreiche Warnhinweise und elektronische Fehlermeldungen auslösen.

Alternativen: Wer ein vergleichsweise junges Coupé sucht, das wirklich Fahrspaß bietet, sollte den Toyota GT86 auf die „Wunschliste“ setzen. Er ist weniger selten als der CR-Z, bleibt aber ebenfalls ein seltenes Bild auf der Straße. Ihm stehen deutlich mehr Leistung, eine weniger komplexe Mechanik und natürlich Hinterradantrieb zugute. Die Kehrseite sind die Verbrauchswerte: Rund 8,0 l/100 km sollten eingeplant werden.

Mazda2 (2014–2025)

Preise zwischen 9000 und 13 980 Euro

Was ist das? Bevor Mazda gemeinsam mit Toyota seine Variante des Yaris entwickelte, war diese Generation des Mazda2 ein Produkt, das vollständig von Mazda stammte. Angeboten wurde ein 1,5-Liter-Benziner mit 75 PS, 90 PS oder 115 PS, ein seltener Dieselmotor und in der späten Modellphase sogar eine Mildhybrid-Version.

Gegen Konkurrenten wie Renault Clio, Peugeot 208 oder Volkswagen Polo ging er leicht unter. Dabei überzeugte er mit einfacher Technik, niedrigem Gewicht sowie einem kompetenten und sogar unterhaltsamen Fahrverhalten.

Der Saugmotor SKYACTIV-G hatte zudem ein wichtiges weiteres Argument: seinen geringen Benzindurst. Mit den Varianten mit 75 PS und 90 PS sind bei normaler Nutzung reale Durchschnittsverbräuche von 5,0–5,5 l/100 km problemlos erreichbar; auf längeren Überlandstrecken kann der Wert noch weiter sinken.

Beim Platzangebot und bei der Technik setzte er keine Maßstäbe. Dennoch bleibt er eine überlegenswerte Wahl für alle, die einen robusten, sparsamen und angenehm zu fahrenden Kleinwagen suchen, der mehr kann, als nur von A nach B zu bringen.

Worauf sollte man achten? Bei den Benzinmotoren spricht die vergleichsweise simple Konstruktion für eine gute Zuverlässigkeit. Dennoch sollten Leistungsverlust, unruhiger Motorlauf und sämtliche Anzeichen von Problemen im Kraftstoffsystem beachtet werden. Beim Diesel sind Fahrzeuge zu meiden, die einen Großteil ihres Lebens im Stadtverkehr verbracht haben.

Vor dem Kauf sollten zudem Klimaanlage, elektrische Fensterheber und Zentralverriegelung geprüft werden.

Alternativen: Der Suzuki Swift ist ein weiterer „unbekannter“ Kandidat für alle, die einen leichten, unkomplizierten und fahraktiven Kleinwagen möchten. Er fällt noch kleiner als der Mazda aus und ist auch weniger kultiviert. Wer lieber zu einem bekannteren Modell greift, findet im Ford Fiesta weiterhin starke dynamische Qualitäten.

Peugeot 508 (2018–2025)

Preise zwischen 12 750 und 39 000 Euro

Was ist das? Die zweite Generation des Peugeot 508 ist vielleicht eines der besten Beispiele dieser Liste. Deutlich moderner und eigenständiger als ihr Vorgänger wollte sie sich Premium-Modellen annähern, ohne deren Preisniveau zu verlangen. An den Verkaufserfolg der ersten Generation konnte sie jedoch nicht anknüpfen.

Zugleich kam sie in einer Phase auf den Markt, in der SUV immer mehr Käufer von klassischen Limousinen abwarben. Komfortabel, gut ausgestattet und mit einem der interessantesten Designs ihres Segments ist sie auch heute noch eine Option, die berücksichtigt werden sollte.

Die Motorenpalette reichte von Benzinern und Dieseln bis zu Plug-in-Hybriden, ergänzt um eine umfangreiche Ausstattung. Der 508 ist damit eines jener Fahrzeuge, bei denen der Wertverlust ermöglicht, für vergleichsweise wenig Geld „viel Auto“ zu bekommen. Auf PiscaPisca.pt ist die Auswahl groß.

Worauf sollte man achten? Entscheidend ist hier vor allem, dass nicht alle Motoren dieselbe Vorgeschichte haben. Der 1.2 PureTech erfordert wegen der bekannten Probleme mit dem im Öl laufenden Zahnriemen besondere Vorsicht. Ein lückenloser Wartungsnachweis und der Zustand des Zahnriemens müssen unbedingt überprüft werden.

Der 1.6 PureTech mit vier Zylindern, der mit 180 PS und 225 PS erhältlich war, ist anders einzustufen. Er verwendet eine Steuerkette und weist eine deutlich unauffälligere Historie auf, dennoch ist auch hier ein guter Wartungsnachweis unverzichtbar.

Bei den Dieselmotoren zeigt sich ein ähnliches Bild. Beim 1.5 BlueHDi sollten die Wartungshistorie und insbesondere die Steuerkette zwischen den Nockenwellen kontrolliert werden. Der 2.0 BlueHDi mit 160 PS oder 180 PS besitzt eine ruhigere mechanische Historie und kann für Vielfahrer interessant sein. Bei beiden Motoren verdient das AdBlue-System Aufmerksamkeit.

Wie sieht es bei den Plug-in-Hybriden aus? Es gibt keinen Grund, sie automatisch auf die „schwarze Liste“ zu setzen, doch die höhere Komplexität verlangt zusätzliche Sorgfalt. Der Ladevorgang sollte getestet, der Zustand der Traktionsbatterie geprüft und anhand der FIN kontrolliert werden, ob alle Rückrufaktionen erledigt wurden. Bei einigen Fahrzeugen gab es Aktionen im Zusammenhang mit der Batterie und ihrem Managementsystem.

Für die Traktionsbatterie gilt außerdem eine Garantie von acht Jahren oder 160 000 km auf mindestens 70 % ihrer Kapazität. Bei einem noch abgedeckten Fahrzeug lohnt es sich daher, das Datum der Erstzulassung und den Kilometerstand zu überprüfen.

Unabhängig vom Antrieb sollten außerdem die gesamte Elektronik, das Infotainmentsystem, Sensoren, Kameras und die Klimaanlage getestet werden.

Alternativen: Wer eine komfortable Limousine mit ebenfalls dynamisch gezeichneten Linien sucht, findet im Volkswagen Arteon eine naheliegende, meist jedoch teurere Alternative. Der Skoda Superb fällt weniger spektakulär aus, bietet aber mehr Platz und verfolgt einen rationaleren Ansatz.

Skoda Scala (2019–heute)

Preise zwischen 12 480 und 26 900 Euro

Was ist das? Der Skoda Scala lässt sich in dieser Auswahl vermutlich am einfachsten beschreiben: Er macht fast alles gut, doch kaum jemand spricht über ihn. Er erinnert an jene Fußballspieler, die weder Tore schießen noch spektakuläre Dribblings zeigen, für eine Mannschaft aber unverzichtbar sind.

Zwischen Fabia und Octavia positioniert, bietet er gute Platzverhältnisse, einen der größten Kofferräume seiner Klasse und ein sehr sachliches Gesamtkonzept. Er besitzt weder den Status eines Golf noch das Image eines SUV – und genau deshalb kann er als Gebrauchtwagen besonders interessant sein.

Auch an der Tankstelle verlangt er keine großen Opfer. Der 1.0 TSI mit 115 PS schafft reale Durchschnittswerte um 5,5 l/100 km, während der 1.6 TDI vor allem auf längeren Strecken an 5,0 l/100 km herankommen kann. Wer keine hohen Jahresfahrleistungen fährt, trifft mit dem kleinen 1.0 TSI jedoch vermutlich die ausgewogenere Wahl.

Worauf sollte man achten? Bei frühen Scala können Softwareprobleme im Infotainmentsystem und im eCall-System auftreten. Deshalb sollte geprüft werden, ob sämtliche Updates und Serviceaktionen durchgeführt wurden.

Beim 1.6 TDI mit DSG-Getriebe können Ruckler beim Anfahren oder Rangieren auf Verschleiß an Kupplung oder Zweimassenschwungrad hindeuten. Auch Klimaanlage, Sensoren, Lenkung und Start-Stopp-System sollten getestet werden.

Die Varianten mit dem 1.0 TSI, einem Dreizylinder, den wir bereits in einem anderen Kaufratgeber behandelt haben, gelten im Allgemeinen als zuverlässig. Dennoch sollte die bisherige Nutzung des Fahrzeugs berücksichtigt werden.

Alternativen: Für ein Modell mit der Zurückhaltung und Sachlichkeit des Scala lohnt sich möglicherweise ein Blick auf den FIAT Tipo. Er ist weniger kultiviert und wurde deutlich häufiger verkauft, wird aber ebenfalls oft übersehen. Weitere Möglichkeiten sind Hyundai i30 und Kia Ceed, die beide für ihre Zuverlässigkeit und ihre langen Werksgarantien bekannt sind.

Suzuki Vitara (2015–heute)

Preise zwischen 12 900 und 29 990 Euro

Was ist das? Der Suzuki Vitara gehört zu den unauffälligeren Kompakt-SUV auf dem Markt. Die aktuelle Generation kam 2015 auf den Markt und behielt trotz mehrerer Überarbeitungen ein vergleichsweise einfaches Rezept bei: kompakte Abmessungen, geringes Gewicht und in manchen Varianten Allradantrieb.

Gerade diese Einfachheit erklärt seinen Reiz als Gebrauchtwagen. Der Vitara versucht nicht, die Formel unnötig kompliziert zu machen, sondern verbindet Platzangebot, unkomplizierte Bedienung und überschaubare Kosten auf ausgewogene Weise.

Auch beim Verbrauch kann er punkten, insbesondere als 48-V-Mildhybrid mit 1.4 BoosterJet. In einem Test von Razão Automóvel erreichte diese Version bei überwiegend suburbaner Nutzung Durchschnittswerte zwischen 5,1 und 5,6 l/100 km – besonders gute Ergebnisse für ein Benzin-SUV.

Seltener auf dem Gebrauchtwagenmarkt ist der 1.5 Strong Hybrid, ein Vollhybrid, der nicht an eine Steckdose angeschlossen werden muss. In der Stadt und bei sorgfältiger Fahrweise kann er noch genügsamer sein – in unserem Test erreichten wir 4,8 l/100 km. Bei normaler Nutzung fällt sein Vorteil gegenüber dem Mildhybrid jedoch nicht so groß aus, wie man erwarten könnte.

Für die stärkere Elektrifizierung ist zudem ein Preis zu zahlen: Mit 115 PS ist der Strong Hybrid weniger leistungsstark als der Mildhybrid mit 129 PS, und sein automatisiertes Getriebe arbeitet deutlich langsamer. Diese Ausführung passt vor allem zu Fahrern, die ruhig und überwiegend in der Stadt unterwegs sind; für alle anderen ist der 1.4 BoosterJet Mildhybrid vermutlich die interessantere Wahl.

Die Robustheit ist ein weiteres Argument für den Vitara. Er steht vielleicht nicht ganz oben auf den Wunschlisten und ist auch nicht das anspruchsvollste Angebot seines Segments. Gerade sein einfacher und pragmatischer Ansatz macht ihn als Gebrauchtwagen aber interessant.

Worauf sollte man achten? Bei den ersten Fahrzeugen sollte kontrolliert werden, ob die Serviceaktionen zum autonomen Bremssystem und zu den Schrauben der Hinterachse erledigt wurden.

Beim 1.4 BoosterJet gilt es, auf mögliche Geräusche der Steuerkette, unruhigen Lauf und Leistungsverlust zu achten. Darüber hinaus sollten Infotainmentsystem, Fahrwerk und bei Automatikversionen auch die Funktion des Getriebes geprüft werden.

Alternativen: Der Honda HR-V bietet ein anspruchsvolleres Erscheinungsbild und eine ausgezeichnete Raumausnutzung. Der Mazda CX-3 ist vor allem für Käufer interessant, denen Fahrverhalten und Innenraumqualität besonders wichtig sind. Innerhalb der Marke stellt der Suzuki S-Cross eine noch sachlichere Alternative dar: weniger abenteuerlich, dafür geräumiger und familientauglicher – und möglicherweise noch stärker übersehen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen