Start-up kündigt Produktionsstart noch für dieses Jahr an, Experten bezweifeln jedoch einen Teil der angegebenen Leistungsdaten
Das finnische Start-up Donut Lab meldet einen Durchbruch bei der Entwicklung von Festkörperbatterien. Diese gelten wegen ihrer hohen Energiedichte, langen Lebensdauer und Schnellladefähigkeit als „heiliger Gral“ der Akkutechnologie. Das aus Verge Motorcycles hervorgegangene Spin-off erklärt, seine Batterien würden bereits in diesem Jahr in die Produktion gehen.
Donut-Lab-Festkörperbatterien: Testergebnisse und Leistungsversprechen
Fachleute reagieren skeptisch, da dem Unternehmen bislang keine etablierte Forschungsbasis und keine veröffentlichten wissenschaftlichen Daten zugeschrieben werden. Donut Lab hat jedoch Resultate unabhängiger Prüfungen durch Finnlands führendes staatliches Forschungs- und Technologiezentrum, das VTT Technical Research Centre of Finland, veröffentlicht. Demnach wurden die genannten Batteriewerte bestätigt: eine Energiedichte von 400 Wh/kg, eine Ladezeit von 5 Minuten, eine Lebensdauer von bis zu 100.000 Zyklen sowie Temperaturbeständigkeit von -30 bis 100 °C. Die Batterien kommen ohne Seltenerdelemente und ohne brennbare flüssige Elektrolyte aus.
Offene Fragen zur Zuverlässigkeit der Technologie
Zentrale Angaben wie die chemische Zusammensetzung, die Energiedichte und die Lebensdauer sind allerdings weiterhin nicht belegt. Bei thermischen Tests der Donut-Lab-Batterien traten Probleme mit der Vakuumdichtigkeit auf, was Zweifel an der Zuverlässigkeit der Technologie aufwirft. Experten, darunter Wissenschaftler, weisen zudem darauf hin, dass Festkörperbatterien mit der Bildung von Dendriten kämpfen: metallischen Rissen, die Kurzschlüsse verursachen können.
Während Donut Lab weiter daran arbeitet, diese Schwachstellen zu beheben, treibt China die Entwicklung von Festkörperbatterien zügig voran. CATL hat kürzlich ein Patent für Batterien mit einer Energiedichte von 500 Wh/kg angemeldet und will 2027 mit der Kleinserienproduktion beginnen. Auch andere chinesische Unternehmen wie FAW erklären, ihre Batterien seien bereit für die Integration in Elektrofahrzeuge.
Donut Lab erklärt, dass „ihre Technologie eine Bedrohung für die großen Marktteilnehmer darstellt“. Firmenchef Marko Lehtimäki sagte, der Widerstand aus der Industrie werde trotz der Belege weiter zunehmen. Darüber hinaus kündigte das Unternehmen eine zweite, stärker auf die Produktion ausgerichtete Batterieversion an, die Ende des Jahres an Kunden ausgeliefert werden soll.
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