Elektroautos werden immer günstiger, und auch auf dem deutschen Markt gibt es inzwischen überzeugende Beispiele dafür. Wer daran zweifelt, findet in diesem Kaufratgeber den Beweis.
Die Marke von 20.000 Euro wird zwar weiterhin von vielen Modellen nicht unterschritten, doch die Entwicklung ist eindeutig. War der Dacia Spring vor einigen Jahren noch das einzige Elektroauto unterhalb dieser Schwelle, bekommt er mittlerweile Gesellschaft.
Dieser Trend dürfte sich in den kommenden Jahren weiter verstärken, denn immer mehr Hersteller wollen sich in einem Segment etablieren, dessen wichtigste Vertreter derzeit der Renault Twingo und der Citroën ë-C3 sind.
Unter den günstigen Elektroautos, die in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen, stechen jedoch zwei Modelle besonders hervor. Sie könnten die Spielregeln verändern und den weiteren Weg vorzeichnen.
Dabei verfolgen sie zwei völlig unterschiedliche Ansätze: Während ein Modell einen traditionsreichen Namen in zeitgemäßer Form wiederbeleben soll, knüpft das andere als „alter“ Bekannter an eine Erfolgsgeschichte in diesem Segment an.
Citroën 2CV: Rückkehr als günstiges Elektroauto
Eine große Rückkehr – und was für eine. Citroën bringt den 2CV zurück und will ihn als erschwingliches Elektroauto mit einem Einstiegspreis von rund 15.000 Euro anbieten.
Die Markteinführung ist für 2028 vorgesehen, während die Produktion bereits im kommenden Jahr starten soll. Ein vor einigen Wochen beim Stellantis Investor Day gezeigter Teaser gab bereits einen ersten Vorgeschmack auf den neuen 2CV. Im Oktober wird er auf dem Pariser Autosalon zunächst als Konzeptfahrzeug präsentiert.
Sollte sich diese Preisprognose bestätigen, würde der Citroën 2CV einen Titel beanspruchen, der lange dem Dacia Spring gehörte: „günstigstes Elektroauto, das in Deutschland verkauft wird“.
Der 2CV wird im italienischen Werk Pomigliano d’Arco gefertigt, wo auch der FIAT Pandina und der Alfa Romeo Tonale vom Band laufen. Er gehört zum E-Car-Projekt von Stellantis, aus dem zudem ein entsprechendes FIAT-Modell hervorgehen wird. Der Name steht noch nicht fest, doch wie Emanuele Cappelano, Leiter der Region Enlarged Europe bei Stellantis, bestätigte, wird es nicht Panda heißen.
Die veröffentlichten Teaserbilder lassen eine Silhouette erkennen, die zahlreiche Designmerkmale des ursprünglichen 2CV aufgreift, der einst auch im portugiesischen Mangualde produziert wurde. Diese Formel funktioniert bereits besonders gut bei einer anderen französischen Marke, Renault – wie Renault 5, 4 und Twingo zeigen.
Dacia Spring: Neue Generation des Preis-Champions
Beim Renault-Konzern angekommen, führt das zweite Modell dieser Liste zu Dacia. Seit 2021 ist der Spring durchgehend der Preis-Champion unter den in Deutschland angebotenen Elektroautos. Seine zweite Generation wird ebenfalls im kommenden Oktober auf dem Pariser Autosalon enthüllt.
Während beim 2CV zunächst lediglich ein Prototyp zu sehen sein wird, handelt es sich beim Dacia Spring bereits um das endgültige Serienmodell. Es soll schon im nächsten Jahr in Deutschland in den Handel kommen.
Technik und Abmessungen des neuen Dacia Spring
Bemerkenswerterweise sind nahezu alle wichtigen Daten schon bekannt. Schließlich nutzt er dieselbe technische Basis wie der Renault Twingo: Ein Elektromotor mit 60 kW (82 PS) Leistung und 175 Nm maximalem Drehmoment wird mit einer LFP-Batterie mit 27,5 kWh Kapazität kombiniert. Damit soll eine Reichweite von bis zu 263 km nach dem kombinierten WLTP-Zyklus möglich sein.
Aufgrund der engen Verwandtschaft mit dem Renault-Modell muss der neue Dacia Spring gegenüber der aktuellen Generation zwangsläufig wachsen. Der Twingo misst 3,8 m in der Länge und 1,7 m in der Breite, der derzeitige Spring hingegen „nur“ 3,7 m beziehungsweise 1,58 m.
Der wesentliche Unterschied dürfte allerdings beim Design liegen. Während der Twingo auf einen verspielteren, farbenfrohen und sympathischen Auftritt setzt, wird der neue Spring voraussichtlich der abenteuerlicheren Designsprache folgen, die Dacia seinen jüngsten Modellen verleiht. Erwartet werden eine etwas höhere Karosseriehaltung sowie ein robusteres Erscheinungsbild mit markanteren Schutzverkleidungen an Radläufen und Stoßfängern.
Preise sind noch nicht bekannt. Angesichts der strategischen Positionierung beider Marken muss der Spring jedoch zwangsläufig günstiger sein als sein Renault-Twingo-„Bruder“, dessen Preis bei 19.490 Euro beginnt. Zum Vergleich: Der aktuelle Spring startet bei 16.900 Euro.
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