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7 Tipps zum Autofahren bei Regen

Moderner grauer Sportwagen mit Regenreflexionen steht in einem hellen Ausstellungsraum vor Panoramafenstern.

Wir haben Hochsommer, doch davon ist wenig zu spüren: Auf dem portugiesischen Festland galten am Morgen für die meisten Bezirke gelbe Wetterwarnungen, weil kräftige Schauer und Gewitter vorhergesagt waren.

Sind Sie darauf vorbereitet, bei Regen Auto zu fahren?

Die Frage klingt zwar selbstverständlich, doch nach mehreren trockenen Monaten sind einige Punkte besonders wichtig. Nässe verringert die Haftung, verschlechtert die Sicht, andere Verkehrsteilnehmer erkennen uns später und der Bremsweg wird länger. Der Spielraum für Fehler schrumpft also deutlich.

1. Die wichtigste Regel: Geschwindigkeit reduzieren

Dieser Hinweis liegt auf der Hand – und ist vermutlich der entscheidende in dieser Liste. Mit zunehmender Geschwindigkeit bleibt weniger Zeit zum Reagieren, der Anhalteweg wird länger und die Reifen können Wasser vor ihnen schlechter verdrängen.

Schon ein heftiger Regenschauer oder die von einem Lkw aufgewirbelte Gischt kann die Sicht innerhalb kürzester Zeit nahezu vollständig nehmen.

Sie müssen deshalb nicht im Schritttempo fahren. Passen Sie Ihr Tempo einfach an den Zustand der Fahrbahn an und verabschieden Sie sich von der Vorstellung, bei einem Schild mit 120 km/h zwingend 120 km/h fahren zu müssen. Bei starkem Regen sollte zudem der Tempomat ausgeschaltet bleiben. Die direkte Kontrolle über das Gaspedal ermöglicht schnellere Reaktionen, wenn sich die Haftung verändert.

2. Seit Monaten kein Regen? Dann ist besondere Vorsicht nötig

Wenn es über Monate trocken war, sammeln sich auf den Straßen Staub, Gummiabrieb, Öl und weiterer Schmutz. Setzt der Regen schließlich ein, vermischt sich all das mit dem Wasser – und der Asphalt kann besonders rutschig werden.

Meist muss es eine Weile regnen, bevor die Fahrbahn wieder „sauber gespült“ ist. Gerade der erste, scheinbar harmlose Regen ist daher ein Zeitpunkt, an dem besondere Aufmerksamkeit gefragt ist.

Achten Sie außerdem auf Bereiche, die ohnehin leicht rutschig sind: stark befahrene Kreisverkehre, markierte Zebrastreifen, Metallabdeckungen und Kreuzungen, an denen Fahrzeuge täglich über dieselben Stellen rollen.

3. Vergessen Sie die Regel mit „zwei Autos“ Abstand

„Zwei Autos“ Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug zu lassen, ist keine besonders aussagekräftige Regel. Zwei Fahrzeuglängen bei 50 km/h sind etwas völlig anderes als zwei Fahrzeuglängen bei 120 km/h. Sinnvoller ist es, in Sekunden zu rechnen: Auf trockener Fahrbahn sind zwei Sekunden ein guter Richtwert. Bei Regen sollten Sie den Abstand verdoppeln und mindestens vier Sekunden zum Vordermann einplanen.

So gewinnen Sie nicht nur Reaktionszeit und Bremsweg, sondern bleiben auch weiter von der Gischt des vorausfahrenden Fahrzeugs entfernt. Ihre Scheibenwischer werden es Ihnen danken.

4. Die Reifen – immer die Reifen

Bei trockener Fahrbahn geraten Reifen leicht in Vergessenheit. Sobald Regen einsetzt, erinnern sie schnell daran, wie wichtig sie sind. Schließlich stellen sie die einzige Verbindung zwischen Auto und Straße her.

Die Profilrillen müssen das Wasser ableiten, damit der Gummi weiterhin Kontakt zum Asphalt hält. Je stärker die Reifen abgefahren sind, desto schlechter gelingt ihnen diese Aufgabe.

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Pkw beträgt in Deutschland 1,6 mm. Dieser Wert sollte jedoch keinesfalls als Ziel verstanden werden. Ein Reifen nahe der gesetzlichen Grenze kann Wasser nicht so wirksam verdrängen wie ein neuer Reifen.

Nutzen Sie die Gelegenheit auch zur Kontrolle des Reifendrucks. Ein falscher Luftdruck beeinträchtigt ebenfalls das Fahrverhalten und kann das Risiko von Aquaplaning erhöhen.

5. Aquaplaning? Bleiben Sie ruhig

Ist zu viel Wasser auf der Straße, können die Reifen es nicht mehr ableiten und das Auto beginnt, auf der Fahrbahn zu „schwimmen“. Dieses Phänomen heißt Aquaplaning. Dann wird die Lenkung deutlich leichter, und es kann sich anfühlen, als würde das Fahrzeug nicht mehr auf Lenkbewegungen reagieren.

Der erste Impuls kann sein, kräftig zu bremsen oder die Fahrtrichtung abrupt zu korrigieren. Tun Sie das nicht.

Nehmen Sie vorsichtig Gas weg, halten Sie das Lenkrad möglichst gerade und vermeiden Sie Bremsmanöver oder plötzliche Bewegungen. Sobald die Reifen wieder Kontakt mit dem Asphalt bekommen, kehrt auch die Kontrolle über das Fahrzeug zurück.

Am besten ist es natürlich, Aquaplaning gar nicht erst entstehen zu lassen. Sehen Sie größere Wasseransammlungen, reduzieren Sie die Geschwindigkeit rechtzeitig davor.

6. Gute Sicht ist wichtig – gesehen zu werden ebenso

Hinterlassen die Scheibenwischer Schlieren, machen sie Geräusche oder schieben das Wasser über die Scheibe, statt es zu entfernen, ist es Zeit für einen Wechsel. Warten Sie mit dieser Entscheidung nicht bis zum nächsten Starkregen.

Prüfen Sie außerdem, ob genügend Scheibenwaschflüssigkeit vorhanden ist, und nutzen Sie die Klimaanlage, damit die Scheiben nicht beschlagen. Die Klimaanlage entfernt Feuchtigkeit aus dem Innenraum besonders wirksam.

Schalten Sie bei stärkerem Regen das Abblendlicht ein. Verlassen Sie sich nicht allein auf das Tagfahrlicht. Bei vielen Fahrzeugen leuchtet dieses nur vorn. Wer hinter Ihnen fährt, kann Sie in Regen und Gischt dadurch nahezu nicht erkennen.

7. Unbekannte Wassertiefe? Nicht weiterfahren

Die große Pfütze kann tatsächlich nur eine große Pfütze sein. Sie könnte jedoch auch ein Schlagloch verbergen. Gewissheit haben Sie erst, wenn Sie hineinfahren.

Für eine überflutete Straße gilt das erst recht. Können Sie die Wassertiefe nicht einschätzen oder bewegt sich das Wasser, fahren Sie nicht weiter. Nutzen Sie auch das Auto vor Ihnen nicht als Maßstab: Nur weil es die Stelle passieren konnte, heißt das nicht, dass Ihr Fahrzeug es ebenfalls schafft.

Tiefes Wasser kann bis zur Ansaugung des Motors gelangen, elektrische Schäden verursachen oder dazu führen, dass das Auto die Haftung verliert. Auch ein SUV setzt die Gesetze der Physik nicht außer Kraft – und wird dadurch erst recht nicht zum Boot.

Beim Autofahren bei Regen geht es letztlich nur darum, den Sicherheitsabstand wiederherzustellen, den das Wasser nimmt: geringeres Tempo, mehr Abstand, sanftere Bewegungen und größere Aufmerksamkeit für das Verkehrsgeschehen.

Wenn der Regen so stark ist, dass Sie die Straße kaum noch sehen können, ist ein letzter Rat wichtiger als alle anderen: Halten Sie an einer sicheren Stelle an und warten Sie, bis der Regen nachlässt.

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