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Sbarro Super Eight: der Ferrari Hot Hatch

Roter klassischer Oldtimer mit breiten Reifen und "SUPER 8 V8" Kennzeichen in einer Ausstellung.

Nur wenige dürften die von Franco Sbarro gegründete Marke Sbarro heute noch kennen. In den 1980er- und 1990er-Jahren gehörten ihre kühnen, bisweilen skurrilen Kreationen jedoch zu den festen Publikumsmagneten des Genfer Autosalons. Zu den zahlreichen präsentierten Fahrzeugen zählte der Sbarro Super Eight – ein wahrhaft teuflischer Hot Hatch.

Ein Blick genügt: Der kompakte, extrem breit wirkende Wagen scheint aus derselben Form zu stammen wie die „Monster“ Renault 5 Turbo, Peugeot 205 T16 oder der kleinere, aber nicht weniger spektakuläre MG Metro 6R4. Diese Modelle flößten den Rallye-Fans der 1980er-Jahre, einschließlich der berüchtigten Gruppe B, gleichermaßen Respekt und Begeisterung ein. Wie bei ihnen sitzt auch beim Super Eight der Motor hinter den Insassen.

Anders als diese setzt der Super Eight allerdings weder auf einen Vierzylinder noch auf einen V6 wie der MG Metro 6R4. Sein Name verrät es bereits: Er besitzt acht Zylinder – und diese stammen aus besonders nobler Quelle, nämlich von Ferrari.

Wenn Ferrari einen Hot Hatch gebaut hätte

Der Sbarro Super Eight kommt einem Ferrari-Hot Hatch vermutlich näher als jedes andere je geschaffene Fahrzeug. Unter seiner kurzen, zweitürigen Karosserie, deren Länge nur geringfügig über jener eines klassischen Mini liegt und deren Form durchaus zu einem Gegner von Renault 5 oder Peugeot 205 passen würde, verbergen sich nicht nur ein Ferrari-V8, sondern auch das gekürzte Chassis eines Ferrari 308.

Ferrari-V8 und 308-Chassis im Sbarro Super Eight

Wie im 308 ist der V8 beim Super Eight quer hinter den beiden Passagieren eingebaut. Die Kraft gelangt über dasselbe manuelle Fünfganggetriebe an die angetriebene Hinterachse. Im aufwendig verkleideten Innenraum fällt besonders die elegante Metallkulisse mit dem für Ferrari typischen doppelten H-Schaltschema auf.

Der 3,0-l-V8 leistet 260 PS. Damit bringt er nahezu die gleiche Leistung wie der neue Toyota GR Yaris in einem wesentlich kleineren und leichteren Auto unter. Wie schnell er auf 100 km/h beschleunigt, ist leider nicht bekannt. Der 308 GTB benötigte dafür etwas mehr als 6,0 s; der Super Eight dürfte diesen Wert wohl erreichen können. Seine Höchstgeschwindigkeit entspricht allerdings nicht der seines Spenders: Sie wird auf 220 km/h geschätzt, gegenüber rund 250 km/h beim ursprünglichen italienischen Modell.

Dieses 1984 enthüllte Einzelstück wird derzeit bei Super 8 Classics in Belgien angeboten. Der Kilometerzähler zeigt etwas mehr als 27.000 Kilometer, das Fahrzeug wurde kürzlich gewartet und besitzt eine niederländische Zulassung.

Super Twelve: der Vorgänger

So verrückt der Sbarro Super Eight auch wirken mag, tatsächlich stellt er das zweite und deutlich zivilisiertere Kapitel dieses Konzepts dar. Drei Jahre zuvor, 1981, hatte Franco Sbarro den Super Twelve fertiggestellt, der 1982 in Genf präsentiert wurde. Der Name lässt es ahnen: Hinter den Insassen arbeiten – „ganz genau“ – 12 Zylinder.

Im Unterschied zum Super Eight stammt der Antrieb des Super Twelve nicht aus Italien, sondern aus Japan. Genau genommen handelt es sich sogar um „die Motoren“: Verbaut sind zwei quer eingebaute V6-Motoren mit jeweils 1300 cm³ aus zwei Kawasaki-Motorrädern. Sie sind über Riemen miteinander verbunden, können jedoch unabhängig voneinander laufen.

Zwei Kawasaki-V6 mit getrenntem Antrieb

Jeder Motor behält sein eigenes Fünfganggetriebe, doch beide Getriebe werden durch eine gemeinsame Betätigung gesteuert. Zudem treibt jedes Aggregat jeweils nur eines der beiden Hinterräder an. Bei einem Defekt konnte der Super Twelve daher weiterhin mit nur einem Motor fahren.

Zusammen leisteten die beiden Motoren 240 PS – 20 PS weniger als der Super Eight. Sie mussten allerdings auch nur 800 kg bewegen, was einen Sprint auf 100 km/h in 5 s ermöglichte. Man darf nicht vergessen: Das war zu Beginn der 1980er-Jahre. Ein damaliger Lamborghini Countach hätte Mühe gehabt, mitzuhalten. Aufgrund der kurzen Getriebeübersetzungen hätte er den Sbarro jedoch rasch wieder eingeholt, denn dessen Höchstgeschwindigkeit war auf lediglich 200 km/h begrenzt.

Zeitgenössische Berichte beschreiben den Super Twelve als nahezu unbezähmbares Biest. Genau deshalb entstand anschließend der konventionellere, aber zugleich stärkere Sbarro Super Eight.

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