Wir befinden uns zwar erst in der Mitte des Jahres 2026, doch manche richten ihren Blick bereits auf das kommende Jahr. 2027 kommen zahlreiche neue Modelle auf den Markt, die unterschiedlichste Anforderungen abdecken sollen.
Darunter sind alltagstaugliche Fahrzeuge für alle, die ein unkompliziertes und bezahlbares Auto für die Stadt suchen. Zugleich kehren traditionsreiche Namen zurück, während bislang unbekannte Modelle erstmals vollständig elektrifiziert werden. Auch für besonders puristische Autofans sind passende Neuheiten dabei.
Die Auswahl bietet somit für nahezu jeden Geschmack etwas. Alle vorzustellen wäre unmöglich – oder zumindest schwierig –, deshalb beschränken wir uns auf sechs Fahrzeuge, die 2027 aus verschiedenen Gründen prägen könnten. Einige sind bereits gut bekannt, andere noch weniger, doch auf alle lohnt es sich zu warten.
Alpine A110
Die aktuelle Generation des Alpine A110 wurde in diesem Sommer eingestellt, nachdem sie kommerziell ausgesprochen erfolgreich war. Seit 2017 entstanden 28 701 Exemplare der zweiten Generation, die den Charakter des ursprünglichen A110 mit einem einfachen Konzept wiederbelebte: geringes Gewicht, kompakte Abmessungen und ein außergewöhnlich dynamisches Fahrverhalten, wie wir bei unserem jüngsten Test des A110 S festgestellt haben.
Diese Eigenschaften will Alpine auch beim Nachfolger bewahren, der erstmals in der Geschichte des Modells rein elektrisch angetrieben wird. Das ist keine leichte Aufgabe, doch die Marke aus Dieppe ist überzeugt, sie lösen zu können. Sie bezeichnet ihn sogar als „den ersten echten elektrischen Sportwagen“.
Diese Aussage lässt sich selbstverständlich diskutieren, schließlich gibt es Modelle wie den Porsche Taycan oder den IONIQ 5 N. An der Arbeit, die Alpines Entwicklungs- und Ingenieurabteilung in dieses Fahrzeug investiert, bestehen hingegen kaum Zweifel.
Für den elektrischen Sportwagen hat Alpine eine neue Aluminiumplattform entwickelt, die Alpine Performance Platform. Der neue A110 erhält eine 800-V-Architektur, zwei Motoren an der Hinterachse, Cell-to-Pack-Technologie ohne Batteriemodule, zwei getrennte Batteriepakete zur besseren Gewichtsverteilung sowie Torque Vectoring mit Reaktionen im Abstand von 10 Millisekunden.
Auf dem Papier wirkt der Ansatz der Marke aus Dieppe äußerst ernsthaft. Genau deshalb zählt der Alpine A110 zu den am meisten erwarteten Elektroautos der kommenden Jahre.
Audi A2
Der Audi A2 kehrt nach 27 Jahren zurück – diesmal als Elektroauto. Seither hat sich vieles verändert, dennoch besitzt die Bezeichnung A2 weiterhin historisches Gewicht und setzt den neuen Modell unter gewissen Druck.
Bei seiner Einführung im Jahr 1999 überzeugte der A2 mit seiner vollständigen Aluminiumkarosserie, der effizienten Raumnutzung im Innenraum und seiner Sparsamkeit. Das verschafft ihm bis heute eine besondere Stellung auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Wer einen besitzt, trennt sich nur selten davon.
Womöglich überrascht es deshalb nicht, dass Audi auf ein ähnliches Rezept setzt, bei dem Effizienz erneut im Mittelpunkt steht. Wir konnten bereits eine noch getarnte Vorserienversion des neuen A2 fahren und erreichten einen Verbrauch von lediglich 12,3 kWh je 100 Kilometer.
Die Präsentation ist für den Herbst vorgesehen, der Marktstart folgt 2027. Noch sind nicht sämtliche Einzelheiten bekannt, doch der Ansatz ist interessant: Audi möchte den Geist des ursprünglichen A2 in das Modell übertragen, das künftig den Einstieg in die rein elektrische Modellpalette der Marke markieren wird.
Elektrischer BMW M3
Erstmals in seiner Geschichte wird der BMW M3 ohne Verbrennungsmotor auskommen. Allein das ist bereits eine Nachricht. Der bei den 24 Stunden von Le Mans enthüllte BMW M Concept Neue Klasse gibt einen Ausblick auf das Kommende und zeigt, wie der neue elektrische M3 aussehen wird, den viele bereits iM3 nennen.
Die Münchner haben weder den Namen noch die technischen Daten dieses neuen M bestätigt. Die Spekulationen gehen weit auseinander und reichen von mehr als 650 PS bis zu rund 1000 PS aus vier Elektromotoren.
Hinzu kommt ein weiteres Detail: Um das erwartete Gewicht von über 2,3 Tonnen zu beherrschen, entwickelte BMW ein System zur individuellen Regelung jedes einzelnen Rads. Es steuert sowohl die Drehmomentabgabe als auch die Bremswirkung und trägt die Bezeichnung BMW M Dynamic Performance Control.
Neben der Technik überzeugt auch der Auftritt. Die Serienversion, deren Produktion 2027 beginnen soll, dürfte zwar weniger extrem ausfallen als das bereits bekannte Concept Car. Die Zeichen stehen dennoch gut: Es kommt ein muskulöses Elektroauto mit Inspiration aus dem Motorsport. Das ist sicher.
Citroën 2CV
Der 2CV gehört zu den Fahrzeugen, die keiner Vorstellung bedürfen. Ursprünglich wurde er entwickelt, um Mobilität für nahezu alle Menschen erreichbar zu machen, und entwickelte sich anschließend zu einem der größten Symbole in der Geschichte von Citroën. Mehr als drei Jahrzehnte nach dem Produktionsende kehrt er nun als reines Elektroauto zurück.
Gefertigt wird er in Italien im Werk Pomigliano d’Arco, wo auch der FIAT Pandina und der Alfa Romeo Tonale gebaut werden. Er ist Teil des E-Car-Projekts von Stellantis und soll einen Einstiegspreis von rund 15 000 Euro erhalten. Sollte sich das bestätigen, wäre er das günstigste Elektroauto auf dem Markt.
Details zum Antrieb sind bislang noch nicht bekannt. Im Oktober könnten jedoch weitere Informationen folgen, wenn das Modell auf dem Pariser Autosalon zunächst noch als Prototyp vorgestellt wird.
Bis dahin lohnt sich ein Blick auf den Teaser, den die französische Marke beim diesjährigen Stellantis Investor Day zeigte. Mithilfe künstlicher Intelligenz erlaubte er uns, die Linien des künftigen elektrischen 2CV vorwegzunehmen.
Toyota GR GT
Hier bewegen wir uns in einer ganz anderen Klasse. Der GR GT wird das neue Spitzenmodell von Toyota Gazoo Racing und entsteht nach einer Philosophie, die heute beinahe anachronistisch wirkt: ein V8-Motor in Frontmittelmotor-Anordnung, Hinterradantrieb, lange Motorhaube und nur zwei Sitzplätze.
Im Mittelpunkt steht der 4,0-Liter-V8-Biturbo, der in Hot-V-Konfiguration eingebaut wird, über Trockensumpfschmierung verfügt und bereits zu hören war:
Die Zahlen sind noch nicht offiziell, doch Gazoo Racing hat bereits bestätigt, aus diesem Antriebssystem mindestens 650 PS Leistung und 850 Nm maximales Drehmoment „herausholen“ zu wollen. Unterstützt wird es zusätzlich von einem Elektromotor an der Hinterachse.
Trotz seiner angekündigten Länge von 4,79 m soll das Gewicht unter 1750 kg bleiben. Möglich machen sollen dies eine Aluminiumstruktur und zahlreiche Bauteile aus Kohlefaser, darunter Motorhaube, Dach, Türen und Kofferraumdeckel.
Kombiniert man das mit einer unabhängigen Doppelquerlenker-Aufhängung mit geschmiedeten Aluminiumlenkern sowie einer speziell von Brembo entwickelten Carbon-Keramik-Bremsanlage, bringt dieser GR GT alle Voraussetzungen mit, um ein Erfolg zu werden.
Volkswagen ID.1
Am entgegengesetzten Ende zum GR GT steht ein Modell, das zu den wichtigsten Volkswagen der nächsten Jahre gehören könnte. Der künftige ID.1 ist ein kleines Elektroauto, das eine der größten historischen Stärken der Marke wiederbeleben soll: ein vergleichsweise bezahlbares Automobil für möglichst viele Menschen anzubieten.
Volkswagen hat mit dem ID. EVERY1 bereits einen Prototyp gezeigt, der das günstigste Elektroauto der Marke vorwegnimmt. Gebaut wird es in Portugal bei Autoeuropa. Damit zeichnet sich bereits ab, was von diesem Kompaktmodell zu erwarten ist, das zur neuen Familie kompakter Volkswagen gehört und neben Modellen wie dem ID. Polo und dem ID. Cross stehen wird.
Er erhält Frontantrieb, nutzt die neue Ausbaustufe der MEB-Plattform und wird von einem Elektromotor mit 70 kW (95 PS) angetrieben. Die geplante Mindestreichweite liegt bei 250 km. Die Serienversion ist für 2027 angekündigt.
Entscheidender als diese Daten ist der Preis. Volkswagen peilt einen Einstiegspreis von etwa 20 000 Euro an, was die Position der Marke im Segment kompakter Elektroautos grundlegend verändern könnte. Hält Volkswagen dieses Versprechen – vieles spricht dafür, nicht zuletzt der Einstiegspreis des ID. Polo –, hat der ID.1 das Potenzial, eines der bedeutendsten Modelle dieser Liste zu werden.
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