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Smart ForFour im Test: Der große Stadtwagen von Smart

Kleiner grauer und oranger Smart EQ City-Flitzer fährt auf einer Landstraße mit Bäumen im Hintergrund.

Was ist das?

Der neue Smart ForFour ist der große Bruder des ForTwo und ein enger Verwandter des neuen Renault Twingo. Er nutzt die grundlegende Architektur des heckmotorisierten Renault-Stadtwagens und wird im slowenischen Werk des französischen Herstellers gebaut. Damit kehrt Smart erstmals seit der nicht gerade liebevoll erinnerten Mitsubishi-Kooperation gleichen Namens vor einem Jahrzehnt in das Segment der Viersitzer zurück.

Smart ForFour und Renault Twingo: Technik und Antrieb

Ist das also nur ein Twingo im deutschen Kostüm?

Die Plattform des ForFour ist mit der des Renault identisch: Der Motor sitzt tief an der Hinterachse und treibt die Hinterräder an. Gleiches gilt für die Motorenpalette: angeboten werden ein 1,0-Liter-Dreizylinder ohne Aufladung mit 71 PS sowie ein turbogeladenes Dreizylinderaggregat mit 898 cm³ und 90 PS. Serienmäßig ist ein Fünfgang-Schaltgetriebe an Bord; später folgt ein Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe.

Nach Angaben von Smart sind 80 Prozent der Außenhaut des ForFour neu, außerdem sollen 30 Prozent der darunterliegenden Bauteile exklusiv für dieses Modell sein. Das ist eindeutig mehr als bloßes Badge Engineering: Sowohl außen als auch im Innenraum unterscheidet sich der ForFour deutlich von seinem Renault-Verwandten.

Wie fährt sich der Smart ForFour?

Wie fährt er sich?

Gefahren sind wir die stärkere Benzinvariante mit Handschaltung. In dieser Konfiguration verhält sich der ForFour wenig überraschend ziemlich ähnlich wie der Twingo.

Sprich: ausreichend flott und ohne böse Überraschungen, aber womöglich ohne den Elan, den man von einem Auto mit Heckmotor und Hinterradantrieb erwarten könnte. Um Unterschiede beim Handling festzustellen, müssten wir Renault und Smart direkt hintereinander fahren; etwaige Abweichungen dürften jedoch gering ausfallen.

Smart hat offenbar viel Aufwand betrieben, um unerwartete Reaktionen auszumerzen. Fährt man zu schnell in eine Kurve, setzt zunächst deutliches Untersteuern ein. Bleibt man anschließend weiter kräftig auf dem Gas, legt sich die elektronische Sicherheitsdecke des Smart schwer über alles – und nein, das ESP lässt sich nicht abschalten. Aus Sicht eines Fahrtesters ist das etwas frustrierend, zumal das Fahrwerk einen soliden Eindruck macht und der Turbomotor ein munteres kleines Aggregat ist.

Den meisten potenziellen ForFour-Käufern dürfte das allerdings völlig egal sein. Wichtiger sind für sie der hervorragende Wendekreis – ein Vorteil der Vorderräder, die weder durch einen Motor eingeschränkt werden noch die Antriebskraft auf die Straße bringen müssen – sowie die Laufkultur. Sie liegt Welten über der eines Peugeot 108 oder Fiat 500.

Auf der Autobahn wirkt der ForFour souverän und erwachsen. Smart gibt an, 30 Prozent mehr Dämmmaterial als beim Twingo einzusetzen. Ob er während der Fahrt tatsächlich leiser als der Renault ist, können wir nicht mit Sicherheit sagen, ruhig genug ist er aber allemal.

Platzangebot und Alltagstauglichkeit des Smart ForFour

Ist er so praktisch wie etwas ausgesprochen Praktisches?

Ja. Smart hat großen Wert darauf gelegt, den überschaubaren Innenraum des ForFour möglichst funktional zu gestalten. Die Rücksitze lassen sich vollständig umklappen, ihre Sitzflächen können zudem nach vorn geklappt werden. Dadurch entsteht dort, wo normalerweise die Beine der Fondpassagiere Platz finden, Raum für einen 50-Zoll-Flachbildfernseher – so wird es uns jedenfalls gesagt.

Die hinteren Türen öffnen bis zu 85 Grad, also fast rechtwinklig zur Karosserie. Das erleichtert es, Kinder und andere Gegenstände auf die Rückbank zu laden. Auch der Beifahrersitz vorn lässt sich weit nach vorn klappen. Laut Smart reicht der Stauraum dann für ein 2,2 Meter langes zerlegtes Bücherregal. Wie bitte, Sie pendeln nicht jeden Morgen mit einem 2,2 Meter langen zerlegten Bücherregal auf dem Beifahrersitz?

Wegen des auf der Hinterachse platzierten Motors ist das Kofferraumvolumen zwangsläufig begrenzt. Dennoch ist das Gesamtkonzept sehr clever verpackt.

Lohnt sich der Kauf?

Sollte ich einen kaufen?

Mit einem Aufpreis von lediglich £495 gegenüber dem vergleichbaren ForTwo wirkt der ForFour im Vergleich zum kleineren Smart durchaus preiswert. Gegenüber dem Twingo ist er allerdings deutlich teurer: Die Preise beginnen bei £11,620 und liegen damit gut zwei Tausend Pfund über dem günstigsten Renault. Zwar gehört beim Smart serienmäßig etwas mehr Ausstattung dazu, doch in diesem Marktsegment ist das weiterhin ein kräftiger Aufschlag.

Und so subjektiv das auch sein mag: Top Gear findet, dass das Design des ForFour die Lebensfreude eines Stadtwagens nicht mit ganz derselben Eleganz transportiert wie der Twingo. Darüber sollten Sie selbst urteilen. Wenn Ihnen die Gestaltung gefällt und der Preis für Sie passt, gehört der ForFour gemeinsam mit dem Twingo zur Spitzengruppe der Stadtwagenklasse.

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