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Renault Grand Scenic im Test: Praktischer Siebensitzer

Brauner Renault Scenic fährt auf Landstraße entlang eines Sees bei bewölktem Himmel.

Renault Grand Scenic: Sieben Sitze und variable Raumaufteilung

Auf Renault lastet derzeit ein enormes Erwartungsgewicht. Mit dem ersten Scenic hat die Marke die Klasse der kompakten Vans erfunden. Der neue Grand Scenic – die siebensitzige Variante, während der normale Scenic fünf Plätze bietet – muss daher dem ausgezeichneten Ruf seines Vorgängers gerecht werden. Dieser bot Stauraum fast wie ein Lagerhaus und so viele Sitzkonfigurationen, dass man an Bord das gesamte Kamasutra hätte vorführen können. Erfreulicherweise bleibt auch das neue Modell praktisch und geräumig und verfolgt denselben klaren Zweck wie zuvor.

Beginnen wir bei den Sitzen: Weiterhin verteilen sich sieben Plätze auf drei Reihen. Jeder Einzelsitz in der mittleren Reihe lässt sich separat vor- und zurückschieben, nach vorn klappen oder ganz herausnehmen, um zusätzlichen Platz zu schaffen. Die beiden Sitze der dritten Reihe verschwinden im Kofferraumboden und werden mit einem Zug an einer roten Schlaufe ein- oder ausgeklappt. Das gelingt problemlos mit einer Hand, während die andere ein Kind halten kann. Gegenüber dem Vorgänger ist das Auto 70mm länger. Dadurch bietet es in der zweiten und dritten Reihe mehr Beinfreiheit als alle direkten Konkurrenten, auch wenn die dritte Reihe realistisch nur für Kleinkinder geeignet ist.

Armaturenbrettgestaltung und Innenraummaterialien stammen vom Megane und vermitteln einen Hauch von Klasse. Bei genauerem Hinsehen beziehungsweise festem Druck zeigt sich jedoch eine etwas billig wirkende Anmutung, die dem Verschleiß eines Familienalltags langfristig möglicherweise nicht standhält.

Viel Stauraum im Grand Scenic

An Platz wird es der Familie dagegen kaum fehlen. Insgesamt gibt es 40 Ablagefächer, und bei ausgebauten Sitzen beträgt das maximale Gepäckraumvolumen 2.063 Liter statt 1.920 Liter im alten Modell.

Fahrkomfort, Motor und Preise

Obwohl der Innenraum gewachsen ist, fühlt sich der Grand Scenic auf der Straße nicht größer an. Anders als sein Vorgänger fährt er sich dank eines höheren Bodens und eines stärker zum Fahrer geneigten Lenkrads eher wie ein Pkw als wie ein Kleinbus. Die Verwindungssteifigkeit des Fahrwerks ist dreimal so hoch wie beim vorherigen Modell. Außerdem federt der Wagen besser, was verbesserten Dämpfern und hydroelastischen Aufhängungen zu verdanken ist – einer Art weichem Block zur Verringerung von Vibrationen.

Entsprechend entspannt ist das Fahren. Ein neuer, filzbeschichteter Boden verbessert die Akustik, sodass der Innenraum von der großen, bösen Außenwelt abgeschirmt wirkt. Der neue 1,4-Liter-Turbomotor arbeitet so leise, dass man kontrollieren muss, ob er überhaupt gestartet wurde. Das alles hilft den Kindern, auf den hinteren Plätzen ruhig zu schlafen.

Auch bei der Preisgestaltung liegt Renault richtig: Das Basismodell kostet £14,995, während die teuerste Ausstattung £22,495 erreicht. Das ist in einem Markt voller Nachahmer wichtig, die bereitstehen, an seinen Verkaufszahlen zu knabbern. Der S-Max kommt dem Renault am nächsten, kann bei der Alltagstauglichkeit jedoch nicht mithalten.

Damit erfüllt der Grand Scenic seinen Ruf und schafft dies, ohne das bewährte Konzept grundlegend zu verändern. Das ist gut so, denn eine Umstellung hätte ein bereits gelungenes Gesamtpaket verderben können.

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