Der Škoda Octavia kam 1996 erstmals auf den Markt und hatte die Aufgabe, der Welt den „neuen Škoda“ vorzustellen – die Marke, die nach der Übernahme durch den Volkswagen-Konzern neu geboren wurde. Seither wurden mehr als 6,5 Millionen Exemplare dieses Modells verkauft.
Entsprechend hoch waren die Erwartungen, als die tschechische Marke den neuen Škoda Octavia der vierten Generation in Portugal präsentierte.
Bei diesem ersten Kontakt, der von Tiefdruckgebiet Barbara begleitet wurde, stellen wir die wichtigsten Neuerungen dieses Familienautos vor. Es steht vor zwei Aufgaben: portugiesische Familien weiterhin zu überzeugen und erstmals den Firmenkundenmarkt „ernsthaft“ anzugreifen.
Beim neuen Škoda Octavia ist fast „alles neu“
Beginnen wir mit dem Exterieur. Optisch dürfte der neue Škoda Octavia der bislang gelungenste sein. Seine Markenidentität bleibt unverkennbar, doch zugleich tritt er deutlich mutiger auf, als man es bisher von Škoda gewohnt war.
Die Front wurde vollständig neu gestaltet; LED-Scheinwerfer gehören nun unabhängig von der gewählten Ausführung zur Serienausstattung. Auch am Heck gibt es eine neue Lichtsignatur, die dem Modell einen prägnanteren Auftritt verleiht.
In der Länge ist der neue Škoda Octavia nur um 2,2 cm gewachsen, während der Radstand unverändert blieb. Größere Veränderungen im Innenraum wären daher kaum zu erwarten gewesen. Doch Škoda gilt innerhalb des Volkswagen-Konzerns als Meister der Raumausnutzung: Die zusätzlichen 2,2 cm reichten aus, um das Kofferraumvolumen um 30 Liter zu steigern. Der Kombi bietet jetzt 640 Liter, die Limousine 600 Liter.
Unter der neu gezeichneten Karosserie arbeitet die MQB-Evo-Plattform. Sie ist eine Weiterentwicklung der bereits vom Škoda Octavia der dritten Generation bekannten MQB-Architektur und kommt ebenso im neuen Volkswagen Golf, Audi A3 und SEAT Leon zum Einsatz.
Neue Plattform und moderne Technologien
Mit der MQB-Evo-Plattform erhält der neue Škoda Octavia Zugang zu den aktuellsten Technologien des Volkswagen-Konzerns – von Fahrassistenzsystemen über Konnektivität bis hin zum Infotainment.
Zur Ausstattung zählen nun ein vollständig digitales 10,25-Zoll-Kombiinstrument sowie ein zentraler Bildschirm mit bis zu 10 Zoll Diagonale. Dazu kommen Internetzugang, WLAN-Hotspot, Over-the-Air-Updates und die Smartphone-Integration über Android Auto und Apple CarPlay.
Nicht nur die technische Ausstattung wurde in der vierten Generation aufgewertet.
Auch das Interieurdesign hat sich spürbar verbessert. In den umfangreicher ausgestatteten Varianten ist sogar eine mehrfarbige Ambientebeleuchtung verfügbar. Bei der Verarbeitungsqualität bleibt die tschechische Marke ihrem bekannten Niveau treu: Alles wirkt solide und sauber montiert.
Die ersten Kilometer im Škoda Octavia
Bei diesem ersten kurzen Test konnte ich den 2.0 TDI mit 150 PS fahren, der zunächst ausschließlich mit DSG-Getriebe erhältlich ist. Trotz der schlechten Wetterbedingungen ließen sich bereits einige Eindrücke gewinnen.
Die Geräuschdämmung im Innenraum wurde deutlich verbessert. Sie erreicht möglicherweise nicht ganz das Niveau von Audi A3 oder Volkswagen Golf, der Abstand ist jedoch keineswegs groß. Wie bei den zuvor genannten Modellen überzeugt auch das Fahrverhalten. Obwohl die Haftungsgrenzen hoch liegen, animiert der neue Octavia nicht zu besonders zügiger Fahrweise. Warten wir auf die sportlichen RS-Versionen mit 245 PS Leistung, okay?
Mehrere Fahrmodi stehen zur Auswahl, doch der Modus „Normal“ bleibt der interessanteste. Leistung und Drehmoment sind jederzeit verfügbar, ohne die Technik übermäßig zu beanspruchen oder den Verbrauch zu erhöhen. Das von mir gefahrene Fahrzeug verfügte nicht über die adaptiven Dämpfer, die die Bodenfreiheit um 10 mm reduzieren. Mit dem serienmäßigen passiven Fahrwerk ist man jedoch ebenfalls gut bedient.
Beim Komfort meisterte der von mir getestete Škoda Octavia selbst mit 18-Zoll-Rädern sämtliche Unebenheiten im Asphalt souverän. Gerade in dieser Disziplin hebt sich der Škoda Octavia zweifellos besonders hervor.
Preise in Portugal
Der neue Škoda Octavia ist in Portugal bereits ab 23.000 Euro als Limousine mit dem 1.0 TSI und 110 PS erhältlich. Schon die Basisversion verfügt über eine Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer, ein 8-Zoll-Infotainmentsystem und Leichtmetallräder. Damit ist der Preis sehr wettbewerbsfähig.
Zusätzlich gibt es eine Mildhybrid-Version dieses 1.0 TSI mit DSG-Getriebe, die 25.877 Euro kostet.
Bei den Dieselmotoren beginnen die Preise bei 29.585 Euro für die Limousine 2.0 TDI mit 116 PS. Der 2.0 TDI mit 150 PS kostet 32.627 Euro und ist vorerst nur mit DSG-Getriebe verfügbar. Wer sich für den Kombi auf den Bildern entscheidet, zahlt jeweils 900 Euro zusätzlich.
Später folgen Plug-in-Hybrid-Versionen. Welche Varianten in Portugal angeboten werden, ist allerdings noch nicht festgelegt; in anderen Märkten sind PHEV-Ausführungen mit 204 und 245 PS erhältlich.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen