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Mercedes-AMG Concept AMG GT XX: Der elektrische Performance-Prototyp

Silberner Mercedes-AMG GT Rennwagen mit breitem Heckflügel in modernem, hellem Ausstellungsraum.

Mercedes-AMG hat seine Heimat Affalterbach gewählt, um das nächste Kapitel seiner Geschichte vorzustellen: einen Prototypen, der das Verständnis eines leistungsstarken Elektroautos neu definieren soll.

Der Concept AMG GT XX gibt einen Vorgeschmack auf das erste Serienmodell auf Basis der AMG.EA-Plattform. Gleichzeitig zeigt er die künftige Designsprache der Marke und führt einen neuartigen Antriebsstrang mit drei Axialflussmotoren sowie einer ölgekühlten Batterie ein.

Darüber hinaus steckt in ihm viel Technologie, die unmittelbar mit Unterstützung des Formel-1-Rennwagens von Mercedes-AMG Petronas entwickelt wurde. Seine Kennzahlen reichen aus, um dem „allmächtigen“ AMG One Paroli zu bieten.

Dieser Prototyp bringt zahlreiche überzeugende Argumente mit und mündet bereits im kommenden Jahr in das radikalste, stärkste und schnellste Serienmodell in der Geschichte von AMG.

Drei Motoren und mehr als 1360 PS

Für den Vortrieb dieses Concept Cars sorgt ein revolutionärer Antriebsstrang mit drei elektrischen Axialflussmotoren. Zusammen leisten sie mehr als 1000 kW beziehungsweise mehr als 1360 PS.

Die Motoren sind kompakter, leichter und leistungsfähiger als herkömmliche Elektromotoren. Entwickelt wurden sie gemeinsam mit dem britischen Spezialisten YASA für diese Architektur, der inzwischen eine Tochtergesellschaft von Mercedes-Benz ist.

Das Ergebnis ist Formel-1-würdige Technik in einem viertürigen Coupé, das eine Höchstgeschwindigkeit von mehr als 360 km/h in Aussicht stellt.

Die Leistungsdichte der Axialflussmotoren liegt etwa dreimal höher als bei konventionellen Elektromotoren. Zugleich sind sie zwei Drittel leichter und benötigen nur ein Drittel des Bauraums: Allein die beiden Motoren im Heckbereich sind lediglich acht Zentimeter breit.

In den meisten Fahrsituationen übernehmen diese beiden Motoren, die in einer elektrischen Antriebseinheit (HP.EDU) an der Hinterachse integriert sind, den Antrieb des Concept AMG GT XX. Die elektrische Antriebseinheit an der Vorderachse mit ihrem zusätzlichen Motor wird nur zugeschaltet, wenn mehr Leistung oder mehr Traktion an den Vorderrädern erforderlich ist.

Wird der vordere Elektromotor nicht gebraucht, trennt ihn eine Entkopplungseinheit (DCU) vom Antrieb. Bei konstanter Geschwindigkeit, geringer Last und beim Verzögern bleibt dieser Frontmotor stets ausgekuppelt.

Formel-1-inspirierte Batterie

Die Innovationen des Prototyps beschränken sich allerdings nicht auf die Motoren. Einen weiteren zentralen Punkt bildet die neuartige Batterie des Concept AMG GT XX mit direkt ölgekühlten zylindrischen Zellen. Dadurch kann sie auch über längere Phasen sportlicher Fahrt eine stabile Temperatur halten.

Bislang kennt man eine solche Lösung vor allem aus hoch spezialisierten Bereichen wie der Formel 1. Schon bald könnte sie jedoch auch in elektrische Serienmodelle von Mercedes-AMG Einzug halten.

Nach Angaben der Marke aus Affalterbach wurde die Chemie dieser Batterie eigens für den Concept AMG GT XX entwickelt. Sie basiert auf NCMA – Nickel, Kobalt, Mangan und Aluminium.

Dieser Ansatz ermöglicht eine hohe Dauerleistung ohne Leistungseinbußen sowie Ladeleistungen von bis zu 850 kW, sofern entsprechend leistungsfähige Ladesäulen verfügbar sind. Damit lassen sich in nur fünf Minuten 400 km Reichweite nachladen.

Die Nennung dieser Zahl ist kein Zufall: 400 km entsprechen genau der Entfernung zwischen Affalterbach, dem Sitz von Mercedes-AMG, und der Rennstrecke Spa-Francorchamps in Belgien.

Klar definiertes Ziel

Obwohl der AMG GT XX noch ein Prototyp ist, handelt es sich keineswegs um eine reine Fantasie für Automobilausstellungen.

Vorrangiges Ziel dieses Concept Cars ist es, die Grundlage für ein bereits 2026 erscheinendes Serienmodell zu schaffen. Dieses wird das erste Fahrzeug auf der neuen Elektroplattform AMG.EA sein, die ausschließlich auf elektrische Performance ausgelegt ist.

Wenn alles nach Plan verläuft, markiert es den Beginn einer neuen AMG-Ära. Die Marke verfolgt mit den leistungsstarken Elektroautos, die sie derzeit entwickelt, ausgesprochen ambitionierte Ziele.

Wie Michael Schiebe, CEO von Mercedes-AMG, bei der Präsentation dieses Prototyps erklärte, werden „die High-Performance-Elektroautos von Mercedes-AMG nicht den Verbrennermodellen der Marke entsprechen müssen, sie werden deutlich besser sein müssen“.

Design mit Rennsportseele

Der Concept AMG GT XX ist weit mehr als eine weitere Designstudie. Er ist ein klares Statement dazu, wie die Zukunft von Mercedes-AMG aussehen könnte. Bereits auf den ersten Blick beeindruckt seine flache, zugleich muskulöse Silhouette, die vom Mercedes-Benz C 111 inspiriert wurde. Hinzu kommen die stark geneigte Windschutzscheibe und die Motorhaube mit zwei geteilten Luftauslässen.

Ebenso auffällig ist der spezifische AMG-Kühlergrill mit zehn vertikalen Lamellen – ein Markenklassiker, der nun in einer ovalen und konkaven Form neu interpretiert wird. Der Mercedes-Stern sitzt mittig, während die schmalen, horizontal angeordneten Zusatzleuchten an den Außenseiten für einen aggressiveren Auftritt sorgen. Die vertikalen Hauptscheinwerfer, bei denen Abblend- und Fernlicht übereinander platziert sind, stellen wiederum einen innovativen Ansatz dar und stärken die Lichtsignatur dieses Concept Cars.

Auch das Heck wirkt nicht weniger ausdrucksstark: Der sichtbare Carbon-Diffusor ist vom Hypercar AMG ONE inspiriert und soll bei extremen Geschwindigkeiten Fahrstabilität gewährleisten. Der aktive Heckspoiler fügt sich nahtlos in die Karosserie ein, während sechs runde Leuchten die Auspuffendrohre von AMG-Verbrennermodellen nachbilden. Das MBUX Fluid Light Panel schafft eine visuelle Identität ohne Vergleich.

Über ein interaktives Panel mit mehr als 700 RGB-LEDs lassen sich am Heck des Prototyps Botschaften oder Logos anzeigen, um mit den umgebenden Fahrzeugen zu kommunizieren. Zusätzlich befinden sich an den Fahrzeugseiten zwei weitere beleuchtete Elemente, die von der Seitenbeleuchtung von Rennwagen aus Langstreckenmeisterschaften inspiriert sind. Sie ermöglichen es, den Ladevorgang der Batterie in Echtzeit zu verfolgen.

Maximale aerodynamische Präzision

Bei einem derart expressiven Design könnte man vermuten, dass die Form über die Funktion gestellt wurde. Tatsächlich ist jedoch genau das Gegenteil der Fall. Die Aerodynamik dieses Concept Cars gleicht einer Lehrstunde angewandter Ingenieurskunst, denn der angegebene Luftwiderstandsbeiwert beträgt lediglich 0,198 Cx.

Die niedrige und flache Karosserieform, die stark geneigte Frontscheibe, die kantigen Seitenscheiben und selbst der Verzicht auf eine Heckscheibe wurden darauf ausgelegt, den Luftwiderstand auf ein Minimum zu reduzieren. Die aufwendigste Arbeit verbirgt sich jedoch unter der Karosserie: Eine spezielle Kontur unterstützt den Venturi-Effekt und verringert den Auftrieb an der Hinterachse, ohne übertriebene Anbauteile zu benötigen.

Ein weiteres prägnantes Detail ist das aktive Luftsteuerungssystem AIRPANEL. Hinter dem vorderen Lufteinlass öffnen oder schließen sich elektronisch geregelte Lamellen entsprechend dem Kühlbedarf. Im geschlossenen Zustand verbessern sie die Luftführung und senken den Widerstand. Sind sie geöffnet, leiten sie kühle Luft gezielt zu den Wärmetauschern.

Radikaler Minimalismus

Während das Exterieur des Concept AMG GT XX Geschwindigkeit und Technologie sichtbar verkörpert, führt der Innenraum diesen Anspruch auf eine neue Ebene. Er verbindet die unverfälschte Ästhetik der Rennstrecke mit einer futuristischen und luxuriösen Ausführung, wie sie von einem Mercedes-AMG erwartet wird.

Beim Einsteigen fällt sofort das nahezu monochrome Ambiente auf, das die Details in elektrischem Orange besonders stark hervorhebt. Zu den eindrucksvollsten Gestaltungselementen zählen orange beleuchtete Röhren, die sich über die Mittelkonsole und die Türverkleidungen ziehen und unmittelbar an Hochvoltkabel erinnern.

Wie zu erwarten, ist alles auf den Fahrer ausgerichtet. Vor ihm befinden sich zwei Bildschirme mit 10,25” und 14”, von denen einer als Kombiinstrument und der andere als Multimedia-Terminal dient.

Die vier Einzelsitze sind für jeden Nutzer individuell aus Carbonfaser geformt. Wie im Rennsport lassen sie sich unkompliziert austauschen und damit an unterschiedliche Körpergrößen anpassen.

Wie bereits eingangs erwähnt, verfolgt Mercedes-AMG mit diesem Prototyp ein sehr einfaches Ziel: die Basis für ein leistungsstarkes Elektro-Serienmodell zu legen, das Formel-1-Technologie auf die Straße bringt. Kennenlernen werden wir es bereits 2026.

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