Neben dem elektrischen Hypercar Evija arbeitete Lotus bekanntermaßen an einem neuen Sportwagen namens Type 131. Dieses Modell sollte oberhalb des Evora positioniert werden und könnte historische Bedeutung erlangen: Mehrere Gerüchte deuten darauf hin, dass es sich um den letzten Lotus mit Verbrennungsmotor handeln wird.
Nun liefert ein erster Teaser des neuen Modells eine Überraschung. Statt eines einzigen Fahrzeugs werden offenbar gleich drei Modelle angekündigt. Ihre Grundproportionen sind identisch, unterscheiden sich jedoch durch ihre Lichtsignaturen.
Laut der offiziellen Mitteilung von Lotus wird der Type 131 eine „neue Sportwagenserie“ sein – ausdrücklich im Plural. Ersetzen diese Fahrzeuge die drei derzeit angebotenen Lotus-Modelle? Oder handelt es sich um drei eigenständige Neuentwicklungen? Darauf wird man noch einige Monate warten müssen.
Parallel zur Ankündigung des Type 131 bestätigte Lotus, dass die Produktion sämtlicher aktuell angebotenen Modelle noch in diesem Jahr endet: Elise, Exige und Evora. Kaum etwas markiert das Ende einer Ära deutlicher, als die komplette Modellpalette gleichzeitig einzustellen.
Abgesehen vom Bildmaterial hat Lotus zum Type 131 bislang praktisch keine weiteren Informationen veröffentlicht. Der endgültige Name dürfte jedoch traditionsgemäß mit einem „E“ beginnen. Was bislang bekannt ist, stammt ausschließlich aus Gerüchten und aus Beobachtungen getarnter Testprototypen, die bereits auf öffentlichen Straßen unterwegs sind.
Der oder die neuen Sportwagen behalten die bekannte Lotus-Grundarchitektur bei: Der Motor sitzt weiterhin hinter den Insassen in Mittelmotor-Anordnung. Gleichzeitig kommt eine neue Plattform zum Einsatz, die nach wie vor auf einem Aluminium-Spaceframe basiert – einer Technologie, die Lotus 1995 mit dem ersten Elise eingeführt hat.
Welche Motorisierung vorgesehen ist, bleibt derzeit reine Spekulation. Zunächst war von einem oberhalb des Evora angesiedelten Hybridmodell die Rede, das einen V6-Motor – möglicherweise weiterhin von Toyota – mit einem Elektromotor kombinieren würde. Die nun gezeigten drei Fahrzeuge könnten allerdings, falls sie Elise, Exige und Evora unmittelbar ersetzen, unterschiedlich positioniert sein und entsprechend verschiedene Antriebe erhalten.
Vision80
Die Entwicklung und Markteinführung des oder der Type 131 ist nur ein Bestandteil des Vision80-Plans. Dieser wurde 2018 ausgearbeitet, nachdem Geely – Eigentümer von Volvo, Polestar und Lynk & Co sowie Entwickler und Produzent der nächsten Smart-Generation – Lotus Cars und Lotus Engineering im Jahr 2017 übernommen hatte.
Neben dem Type 131 und dem bereits bekannten Evija umfasst Vision80 Investitionen von mehr als 112 Millionen Euro in die Lotus-Anlagen in Hethel. Dort werden die neuen Sportwagen gebaut; die Marke erhält dadurch die Möglichkeit, höhere Stückzahlen zu fertigen. Zusätzlich sollen 250 Beschäftigte eingestellt werden, die zu den 670 Mitarbeitenden hinzukommen, die seit September 2017 bereits verpflichtet wurden.
Abschied von Elise, Exige und Evora
Der Plan sieht letztlich auch das Produktionsende von Lotus Elise, Exige und Evora vor. So brillant sie weiterhin ein einzigartiges Fahrerlebnis vermitteln und in mehreren Disziplinen sogar als Referenz gelten, sind sie für die Herausforderungen der Automobilindustrie in dieser Phase des Wandels nicht mehr zeitgemäß.
Bis zum Auslauf der Produktion erwartet Lotus für die drei Modelle zusammen eine kumulierte Fertigung von 55.000 Einheiten seit ihrer jeweiligen Markteinführung. Im Laufe dieses Jahres wird die Marke verschiedene Aktivitäten veranstalten, um diese drei Modelle zu würdigen – beginnend, wie Lotus es formuliert, mit dem „ältesten, dem ikonischen Lotus Elise“.
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