Der Renault 5 Turbo PPG weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit dem 5 Prototype auf, der die Rückkehr des Renault 5 vorwegnimmt – oder ist es vielleicht umgekehrt? Er steht sinnbildlich für eine längst vergangene Epoche der französischen Marke.
Heute ist Renault im Rahmen der Renault-Nissan-Mitsubishi-Allianz eng mit japanischen Herstellern verbunden. Es gab jedoch auch Zeiten, in denen die Marke mit Unternehmen von der anderen Seite des Atlantiks kooperierte – genauer gesagt mit der American Motors Corporation (AMC), zu der damals auch Jeep gehörte.
1980 wurde Renault zum größten Anteilseigner von AMC und baute seine Beteiligung schließlich auf 49 % aus. Nach mehreren Jahren schwacher Ergebnisse verkaufte Renault seine Anteile 1987 an Chrysler, das AMC einschließlich der wertvollen Marke Jeep übernahm.
Eine ungewöhnliche Entscheidung
In jener Phase, als Renault tatsächlich Eigentümer von AMC war, entstanden Projekte wie dieser Renault 5 Turbo PPG.
Die Bezeichnung PPG geht auf PPG Industries zurück, ein Unternehmen der chemischen Industrie und damaliger Hauptsponsor der Indy Car World Series. Bekannt wurde es vor allem dadurch, einige der einprägsamsten Pace Cars der Geschichte in Auftrag zu geben.
Für die Saison 1982 der Indy Car World Series forderte PPG Industries AMC, GM, Ford und Chrysler dazu auf, jeweils ein Pace Car zu entwickeln. Aus dem von AMC präsentierten Entwurf entstand die Geschichte, die wir heute erzählen.
Statt erneut auf die AMC AMX PPG Pace Cars von 1980/81 zu setzen, entschied sich AMC dafür, den kleinen Renault 5 zu vermarkten, der in den USA unter dem Namen Le Car verkauft wurde. Die Idee stammte vom damaligen AMC-Vizepräsidenten für Design, Richard A. (Dick) Teague.
Renault 5 Turbo PPG: Fast nur dem Namen nach ein Renault 5
Da der Renault 5 Turbo PPG ausschließlich als Pace Car gedacht war, konnte Richard A. Teague seiner Kreativität freien Lauf lassen.
Zunächst gestaltete er seinen Prototyp breiter und flacher als den 5 Turbo II, der ihm als Vorlage diente. Darüber hinaus räumte er der Aerodynamik große Bedeutung ein und gab dem Wagen deutlich weniger kantige Formen als den damaligen Renault 5.
Um den „Wow-Faktor“ des Renault 5 Turbo PPG weiter zu steigern, stattete Richard A. Teague ihn zudem mit auffälligen Flügeltüren aus. Diese damals sehr gefragte Lösung verdankte er dem DeLorean DMC-12, der einige Bauteile seines Türmechanismus für diesen ungewöhnlichen Renault 5 beisteuerte.
In Renault-Farben lackiert, mit Marken- und Modellbezeichnung an vielen Stellen gut sichtbar platziert sowie auffälligen BBS-Felgen versehen, die jenen der Renault 5 aus der IMSA-GTU-Kategorie ähnelten, war dieses Pace Car kaum zu übersehen.
Er befindet sich direkt nebenan
Technisch setzte der Renault 5 Turbo PPG auf den 1,3-l-Turbo-Vierzylinder Cléon-Fonte mit 160 PS, der hinter den Sitzen in Mittelmotorposition eingebaut war. Die Aufhängungen stammten dagegen von den Renault 5, die 1981 in der IMSA-GTU-Meisterschaft eingesetzt worden waren.
Nach seinem Einsatz als Pace Car wurde der Renault 5 Turbo PPG in einem Lager abgestellt und gehört zu den wenigen Pace Cars dieser Ära, die erhalten geblieben sind. Sunspeed, Eigentümer der Madison-Zamperini-Sammlung, kaufte ihn für 50.000 Dollar (etwa 41.000 Euro) und verkaufte ihn später an den Spanier Teo Martín.
Es sollte nicht das letzte Pace Car bleiben, das Renault für PPG Industries baute: Später entstanden auch der Renault 5 Aero Wedge Turbo und der Renault Alpine. Ihre Geschichte ist allerdings ein Thema für einen anderen Tag.
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