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Stellantis: Zwei Vorschläge für günstigere Autos und weniger CO₂

Weißes kompaktes Elektroauto im Showroom mit hoher Front und aerodynamischem Design.

Auf der IAA Mobility 2025 in München, die am 8. September ihre Tore öffnete, stellte Jean-Philippe Imparato, Europachef von Stellantis, zwei Vorschläge vor. Ihr vorrangiges Ziel ist es, die Emissionen des Sektors zu senken, ohne ausschließlich auf den Verkauf von batterieelektrischen Autos angewiesen zu sein.

Neben niedrigeren Emissionen könnten beide Ansätze dazu beitragen, den Fahrzeugbestand zu verjüngen. Dessen Durchschnittsalter steigt weiterhin – nicht nur in Portugal, wo es bereits über 14 Jahre liegt, sondern in ganz Europa, wo der Mittelwert schon 12 Jahre erreicht.

Zwei Stellantis-Vorschläge für weniger CO₂

Einer der Vorschläge sieht CO₂-Gutschriften für Hersteller im Zusammenhang mit einem Abwrackprogramm vor; der andere zielt auf die Einführung einer vollständig neuen Fahrzeugkategorie ab.

Der erste Ansatz wäre eine Art Ausgleichsmechanismus für Autobauer: Wird ein altes Fahrzeug verschrottet und durch ein neues oder ein weniger als drei Jahre altes Gebrauchtfahrzeug ersetzt, würde dies eine Gutschrift von 70 g CO₂/km bringen.

Der zweite Vorschlag betrifft eine neue europäische Typgenehmigungskategorie für kompakte Fahrzeuge mit einer Länge von unter 3,5 m – nach dem Vorbild japanischer Kei Cars. Weniger strenge Sicherheitsvorschriften sollen Verkaufspreise von unter 15.000 Euro ermöglichen.

Imparato versicherte, dass beide Vorschläge bereits der ACEA (Europäischer Automobilherstellerverband) übergeben worden seien, dort jedoch unterschiedliche Reaktionen ausgelöst hätten. Zur Erinnerung: Am 12. September ist in Brüssel im Rahmen des Strategischen Dialogs über die Zukunft der Branche ein Treffen mit der Europäischen Union angesetzt.

Der Stellantis-Verantwortliche für Europa betonte erneut, dass die Erneuerung des bestehenden Fahrzeugbestands unverzichtbar sei und eine alleinige Konzentration auf Elektrofahrzeuge nicht ausreiche. Selbst wenn der Marktanteil von Elektroautos auf 30 % stiege – derzeit liegt er in der Europäischen Union bei 15,6 % und europaweit bei 17,4 % –, entspräche dies nur 4,5 Millionen Autos pro Jahr. Dem stehen mehr als 250 Millionen Fahrzeuge gegenüber, die derzeit in Europa unterwegs sind.

Bei einem durchschnittlichen Fahrzeugalter von mehr als 12 Jahren – 150 Millionen Autos sind älter als zehn Jahre – erklärte der Stellantis-Manager, dass bei diesem Tempo des Wandels „der Fahrzeugbestand jedes Jahr um einen Monat weiter altern würde“. Dies unterstreiche die Dringlichkeit einer Erneuerung.

Fahrzeugbestand erneuern

Durch Anreize, ältere Fahrzeuge gegen neue oder nahezu neue Autos einzutauschen, und durch CO₂-Gutschriften als Gegenleistung könnten Hersteller laut Jean-Philippe Imparato „auf diese Weise ihre CO₂-Ziele erreichen, ohne Strafzahlungen leisten oder auf staatliche Subventionen angewiesen sein zu müssen“.

Die vorgeschlagene neue Fahrzeugklasse soll zudem Autos unter 15.000 Euro auf den Markt bringen – unabhängig davon, ob sie mit Benzin oder elektrisch fahren. Diese Preisgrenze ist im heutigen europäischen Marktmodell nahezu nicht mehr vorhanden. Das Konzept orientiert sich an japanischen Kei Cars, deren Abmessungen, Motorisierung und Leistung begrenzt sind, sowie am brasilianischen „Volksauto“ mit Motoren bis 1000 cm³ und 90 PS.

Die von Imparato genannten Zahlen verdeutlichen die Lage: 2018 wurden in Europa 49 Modelle für bis zu 15.000 Euro angeboten, heute gibt es fast keine mehr. „(2018) wurden in Europa eine Million Autos für weniger als 15.000 Euro verkauft, heute sind es 90.000 Einheiten.“

Günstige Kleinwagen als neue Kategorie

Nach seiner Einschätzung könnte die vorgeschlagene Kategorie das Segment der Kleinstwagen wiederbeleben, dessen Absatz Jahr für Jahr zurückgeht. Im Jahr 2024 sanken die Verkäufe um 22 % auf 545.000 Einheiten (Quelle: Dataforce).

Gestern griff auch Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, dieses Thema in ihrer Rede zur Lage der Union auf und schlug die Small Affordable Cars Initiative vor. Frei ins Deutsche übertragen: Programm für kleine und erschwingliche Autos. Dies entspricht den Forderungen von Stellantis und der Renault-Gruppe:

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