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Chinas Autoexporte: Zu wenige Schiffe für Millionen Fahrzeuge

Rotes Elektroauto in moderner Ausstellung mit Blick auf einen Containerfrachter im Hafen dahinter.

Die chinesische Automobilindustrie kämpft im Inland mit rückläufigen Verkaufszahlen und nutzt deshalb den Export, um ihre gewaltigen Produktionskapazitäten weiterhin auf Hochtouren auszulasten. Daraus ist jedoch ein neues, unerwartetes Problem entstanden: Es gibt nicht genügend Schiffe, um all diese Fahrzeuge zu transportieren.

Die rasante Entwicklung der chinesischen Autoexporte verdeutlicht das Ausmaß: 2019 wurden knapp 600.000 Pkw und Transporter ausgeführt. In diesem Jahr könnten es laut der vom The Wall Street Journal zitierten Forschungsgruppe Mobility Global bereits bis zu 10 Millionen Fahrzeuge sein.

Ein Ende dieser Entwicklung ist nicht in Sicht. Während die Pkw-Verkäufe auf dem chinesischen Markt im ersten Halbjahr 2026 um rund 20% zurückgingen, legten die Exporte um 71% zu. Für Hersteller wie BYD, Geely und Chery wird der Absatz außerhalb Chinas damit immer wichtiger.

Es gibt nicht genug Schiffe

Autos werden üblicherweise auf Spezialschiffen transportiert, die als Ro-Ro-Schiffe (Roll-on/Roll-off) oder PCTC (Pure Car and Truck Carrier) bezeichnet werden. Im Grunde handelt es sich um riesige schwimmende Parkhäuser mit mehreren Decks und Rampen, über die Fahrzeuge ein- und ausgeladen werden.

Die verfügbare Flotte ist allerdings nicht im selben Tempo gewachsen wie die chinesischen Exporte. Die Folge: Die Transportpreise sind gestiegen.

Nach Angaben von Clarksons, auf die sich das The Wall Street Journal beruft, erreichte die tägliche Charterrate für einen großen Autotransporter im Juni 70.000 Dollar (rund 60.500 Euro). Ende vergangenen Jahres hatte sie noch bei 42.500 Dollar (rund 36.800 Euro) gelegen. Das entspricht einem Anstieg von etwa 65%.

Das geschieht, obwohl die weltweite Flotte von Autotransportschiffen um rund 40% gewachsen ist. Dennoch reichte dieser Zuwachs nicht aus, um mit der Nachfrage Schritt zu halten.

Neue Schiffe zu bauen, ist zudem keineswegs so einfach wie die Produktion eines Autos auszuweiten. Dafür braucht es Zeit, freie Kapazitäten auf Werften und Bestellungen mit erheblichem Vorlauf. Solange das Angebot nicht nachzieht, müssen andere Lösungen gefunden werden.

Passt das Auto nicht aufs Schiff, kommt es in den Container

Eine dieser Möglichkeiten ist leicht erklärt, in der Umsetzung aber deutlich aufwendiger: Autos werden in herkömmliche Container verladen.

Statt auf den üblichen Ro-Ro-Schiffen zu reisen, werden manche Fahrzeuge in Container gepackt, die normalerweise Möbel, Kleidung oder Elektronik transportieren. Dafür sind spezielle Anlagen in Hafennähe erforderlich: Dort werden die Autos in die Container geladen, die anschließend per Kran auf die Schiffe gehoben werden. Am Zielort läuft das Verfahren in umgekehrter Reihenfolge ab.

Laut The Wall Street Journal verlassen jedes Jahr bis zu vier Millionen Fahrzeuge China in Containern oder über andere Alternativen zu Autotransportschiffen.

Diese Alternative hat inzwischen ein Ausmaß erreicht, bei dem große Containerreedereien diesen Service den Autoherstellern direkt anbieten. Es ist nicht die naheliegendste Methode, ein Auto zu befördern. Aber wie das Sprichwort sagt: „Not macht erfinderisch“.

BYD verfügt bereits über acht eigene Schiffe

Eine weitere, noch kompliziertere Möglichkeit besteht darin, eigene Schiffe bauen zu lassen. Genau diesen Weg hat BYD eingeschlagen.

Der chinesische Hersteller nahm 2024 sein erstes speziell für den Autotransport vorgesehenes Schiff in Betrieb und verfügt inzwischen über eine Flotte von acht Schiffen.

BYD ist damit kein Einzelfall. Reedereien bestellen neue Schiffe, um auf die steigende Nachfrage zu reagieren, doch das Angebot wächst weiterhin nicht schnell genug.

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