Seht nicht hin, sondern hört in die ersten Sekunden des hervorgehobenen Videos und des untenstehenden Clips mit dem neuen, noch getarnten Porsche 911 GT3 (992) hinein. Dann ist sofort alles klar: Diese Art von ~~Lärm~~ Musik kann nur von einem Saugmotor stammen.
Gegen Turbomotoren haben wir nichts einzuwenden – und gegen die 911 Turbo erst recht nicht. Beim neuen 911 Turbo S vergab Razão Automóvel erstmals die Höchstwertung für ein getestetes Modell. Dennoch ist es erfreulich, dass weiterhin Platz für Fahrzeuge wie den neuen 911 GT3 bleibt: puristischer, präziser … und aufregender.
Eine offizielle finale Enthüllung steht noch aus, weshalb es auch keine technischen Daten gibt. Porsche gewährte jedoch über Andreas Preuninger, den Leiter der Entwicklung der GT-Modelle, einigen Medien vorab Zugang und ließ dabei wertvolle Informationen über den neuen 911 GT3 durchsickern.
Was wissen wir bereits über den Porsche 911 GT3?
Wie bereits zu sehen war, bleibt der Sechszylinder-Boxermotor ein Saugmotor – und trotz Partikelfilter klingt er, wie bereits zu hören war, göttlich. Weitere Daten zum Triebwerk sind nicht bekannt, doch es erscheint unwahrscheinlich, dass er weniger als die 500 PS seines Vorgängers leisten wird. Die Kraft wird entweder über ein manuelles Getriebe oder ein Doppelkupplungsgetriebe (PDK) übertragen; der Antrieb erfolgt weiterhin ausschließlich über die Hinterräder.
Bei der PDK-Ausführung fällt auf, dass der Wählhebel ähnlich groß wie jener des manuellen Getriebes ausfällt. Der kleine Hebel der „normalen“ 911 kommt hier nicht zum Einsatz. Dadurch lassen sich die Gänge über den Hebel sequenziell wechseln – was mit dem Mini-Hebel nicht möglich ist –, ohne die Schaltwippen hinter dem Lenkrad zu verwenden. Manche Fahrer bevorzugen das, darunter auch Preuninger selbst, wenn er den 911 GT3 auf der Straße fährt; die Wippen hebt er ausschließlich für die Rennstrecke auf. Alles dient dazu, die Interaktion mit der Maschine weiter zu steigern.
Als erstes GT-Modell der Generation 992 ist der neue 911 GT3 länger und breiter als sein Vorgänger. Das größere Format führte allerdings nicht zu mehr Gewicht: Die Masse soll 1430 kg betragen, einschließlich aller Betriebsflüssigkeiten und fahrbereit – also auf dem Niveau des Vorgängers. Erreicht wird dies unter anderem durch eine vordere Haube aus Carbon, eine leichtere Abgasanlage, dünneres Glas für die Heckscheibe und weniger Dämmmaterial – neben weiteren Maßnahmen, die wir in Kürze kennenlernen werden …
Die gewachsenen Abmessungen erlaubten zugleich eine größere Reifenaufstandsfläche. Vorn kommen 255er-Reifen auf 20-Zoll-Felgen zum Einsatz, hinten wachsen die Reifen auf 315er-Breite und die Felgen von 20 auf 21 Zoll. Das entspricht dem Format des Porsche 911 GT3 RS der Generation 991.
Eine absolute Premiere im neuen Porsche 911 GT3 ist die Doppelquerlenker-Vorderachse anstelle der üblichen MacPherson-Konstruktion. Bislang war diese Lösung nur bei einigen Rennversionen des 911 zu sehen, etwa beim „Monster“ 911 RSR. Auch die Bremsanlage wurde vergrößert: Die vorderen Stahlscheiben wachsen im Durchmesser von 380 mm auf 408 mm.
„Schwanenhals“
Weil ein 911 GT3 eben ein 911 GT3 ist, gehört auch die Aerodynamik zur Diskussion. Im Mittelpunkt steht der neue Heckflügel, dessen Gestaltung in zahlreichen Internetkommentaren für reichlich Kontroversen sorgt.
Anders als alle Flügel, die das Heck des 911 in den vergangenen Jahrzehnten zierten, wird dieser von oben gehalten. Daraus ergeben sich die sogenannten „Schwanenhals“-Halterungen (swan-neck). Ob man die Optik mag oder nicht: Porsche hätte diese Lösung nicht gewählt, wenn sie keine Vorteile brächte. Auf der Rennstrecke, wo es darauf ankommt, sind diese bereits belegt – der 911 RSR nutzt dieselbe Konstruktion.
Wie erkennbar ist, bleibt die Unterseite des Flügels vollkommen frei und ohne Unterbrechungen. Der Vorteil: Sie erzeugt bei einem geringeren Flügelwinkel mehr Downforce (negativen Auftrieb) und damit zugleich weniger Luftwiderstand – also das Beste aus beiden Welten …
Wann wird er ohne Tarnung zu sehen sein?
Trotz der besten Versuche von Chris Harris im Top-Gear-Video, Porsches neues Lieblingsstück zu enthüllen, könnte bis zur endgültigen Präsentation noch etwas Zeit vergehen. Angesichts der Veröffentlichung dieser beiden Videos – das hervorgehobene Video oben stammt von Carfection – dürfte sie jedoch nicht mehr lange auf sich warten lassen.
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