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Audi Q4 e-tron Performance im Test: Verbrauchsrekord zum cleveren Preis

Weißer Audi Q4 E-Tron Elektro-SUV im Verkaufsraum neben Ladestation.

Der überarbeitete Audi Q4 e-tron wirkt auf den ersten Blick kaum verändert. Die entscheidenden Neuerungen stecken vielmehr im Innenraum und im neuen Antrieb, der Verbrauchsrekorde verspricht. In dieser Hinsicht wurde ich nicht enttäuscht …

Meiner Ansicht nach ist es schlicht geschummelt, die Reichweite eines Elektroautos allein durch einen größeren Akku zu erhöhen. Außerdem ist es Verschwendung: Für einen letztlich selten benötigten Einsatz werden zusätzliche Ressourcen verbraucht. Das ist vor allem Bequemlichkeit, um jene zu beeindrucken, für die nur diese Zahl zählt. Beim überarbeiteten Q4 e-tron scheint Audi hingegen eine Lösung gewählt zu haben, die den Geldbeutel schont.

Einen neuen XXL-Akku, der die Preise in die Höhe treiben würde, gibt es nicht; die Batteriepakete bleiben unverändert. Trotzdem steigt die Reichweite dank eines überarbeiteten Elektromotors. In unserer Performance-Version arbeitet der APP550, der gegenüber dem Vorgängermodell bis zu 10 % mehr Effizienz verspricht. Los geht es auf dem Parkplatz des Bahnhofs Deauville-Trouville – dort sind diese technischen Optimierungen natürlich nicht zu sehen.

Unterwegs in der Normandie: erste Kilometer und überraschend niedriger Verbrauch

Am stärksten fällt zunächst der verwandelte Innenraum auf, in dem zahlreiche digitale Displays das Bild bestimmen. Dazu später mehr. Jetzt geht es erst einmal los: Den kleinen Wählhebel auf Drive stellen, die Fahrassistenzsysteme über ein separates Menü deaktivieren und abfahren. Dank der 360°-Kamera ist die Ausfahrt vom Parkplatz unkompliziert, auch wenn ihre Bildqualität nicht zur Spitze gehört. Egal: Wir verlassen Deauville und fahren in die normannische Landschaft.

Glanville, Bonnebosq, Saint-Pierre-du-Jonquet, Ranville … Die Route führt durch reizvolle kleine Orte mit schmalen, rauen Straßen, auf denen die straffe Abstimmung auffällt. Mein Testwagen besitzt keine adaptiven Dämpfer, was den serienmäßigen deutschen Fahrbahnkontakt bestätigt. Nicht unkomfortabel, aber konsequent straff geführt. Und der Verbrauch? Bis hierhin extrem niedrig: 11,6 kWh/100 km. Bravo, Audi.

Die Technik hinter der bemerkenswerten Effizienz

Natürlich tragen die niedrigen Geschwindigkeiten zwischen 30 und 80 km/h dazu bei. Dennoch zeigen die technischen Verbesserungen Wirkung. Audi nennt Halbleiter aus Siliziumkarbid, neue Softwarefunktionen und fortschrittliche Modulationstechniken, die selbst bei niedrigem Batteriestand mehr Leistung gewährleisten sollen. Sogar im Antriebsstrang kommt ein neues Schmiermittel mit geringer Viskosität zum Einsatz.

Kurz gesagt: Es ist besser geworden. Nach einem Abstecher nach Ouistreham geht es wieder südwärts. Nun ist der Moment gekommen, mit den Schaltwippen am Lenkrad die Rekuperation zu steuern – unerlässlich, um den Energieverbrauch zu optimieren. Mit der rechten Wippe lässt sich die Rekuperationsbremswirkung in vier Stufen erhöhen. Ein bereits zuvor verfügbares Auto-Programm passt die Verzögerung selbstständig an die Umgebung an.

B-Modus und One Pedal: In der Stadt ist Vorsicht geboten!

Neu ist dagegen der B-Modus, der die One-Pedal-Funktion freischaltet. Die Bremswirkung erreicht dann ihr Maximum. Beim Einfahren in einen Ort sollte man den Fuß daher nicht vollständig vom Pedal nehmen, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu überraschen. Im Stau ist das angenehm, denn der Q4 e-tron bremst selbstständig bis zum Stillstand. Für meine Verbrauchs-Challenge ist es allerdings besser, rollen zu lassen und vorausschauend zu fahren – das bleibt die effizienteste Methode, Energie zu sparen.

Muss man dennoch selbst bremsen, zeigt sich ein verbessertes Pedalgefühl, auch wenn es weiterhin etwas schwammig bleibt. Dafür zieht der Elektromotor mit 286 PS und 545 Nm Drehmoment beim Verlassen geschlossener Ortschaften kräftig durch. Der Audi beschleunigt zügig und überzeugend. Der Sprint von 0 auf 100 km/h? Erledigt in 6,6 Sekunden. Die 340 PS der Quattro-Version dürften zweifellos noch temperamentvoller sein, aber auch mehr Energie verlangen.

15,6 kWh/100 km laut Audi – in der Praxis sogar weniger!

Unsere Performance-Variante als Sportback hat eine 77-kWh-Batterie an Bord, die offiziell 580 km Reichweite ermöglicht. Mit 15,6 kWh/100 km homologiert, enttäuscht unser Fahrzeug keineswegs und bleibt deutlich darunter. Danach geht es wieder Richtung Honfleur, wo eine Fotopause Gelegenheit bietet, die Fortschritte im Innenraum genauer zu betrachten. Ja, die Verarbeitung ist spürbar besser als zuvor.

Ganz gleich, wohin man fasst: Schnell wird klar, dass die Materialien hochwertiger ausfallen. Im Premium-Segment ist das ebenso wichtig wie das Infotainment. Die gute Nachricht: Das frühere System musste einer deutlich moderneren Benutzeroberfläche weichen. Einfach gesagt ist das Armaturenbrett mit Bildschirmen bedeckt. Es sind drei Displays mit 11,9, 12,8 und 12 Zoll. Das ergibt viel Bildschirmfläche – und wirkt nicht gerade leicht verdaulich …

Ergonomie und Platzangebot: Was bietet der Q4 e-tron Sportback wirklich?

Zum Glück wurde das Audi-Infotainmentsystem von Grund auf überarbeitet. Die direkt aus dem Q3 stammende Oberfläche lässt sich dank ihrer Flüssigkeit und Android Automotive OS deutlich angenehmer bedienen. Die Grafik mag nicht besonders verspielt sein, dafür bleibt sie übersichtlich. Bei der Ergonomie gab es allerdings auch Stillstand: Zwar erscheinen physische Rändelräder an den Lenkradspeichen, die Bedienung der Klimatisierung erfolgt nun jedoch per Touch.

Nicht fehlerfrei, aber besser als früher. Das Platzangebot überzeugt mit viel Beinfreiheit im Fond und ganz ohne Mitteltunnel. Bei dieser Sportback-Version ist die Kopffreiheit ausreichend. Der Kofferraum fasst 515 Liter, während unter der vorderen Haube kein Stauraum vorhanden ist. Für Familien passt das durchaus, auch wenn einige Konkurrenten noch praktischer sind. Der neue Mercedes GLA etwa verfügt über einen vorderen Kofferraum.

Schnellladen schwächer, Preis clever kalkuliert

Beim Schnellladen spielt der GLA seine klare Überlegenheit gegenüber dem Q4 e-tron aus. Zwar wurde die Ladeleistung optimiert, doch mit seiner einfachen 400-V-Plattform kann der Audi nicht mithalten. Die 185 kW Gleichstrom-Ladeleistung der Quattro wirken gegenüber den von Mercedes angekündigten 320 kW eher bescheiden. Bei unserem Performance-Modell ist die Leistung sogar auf 165 kW begrenzt.

Konkret bedeutet das eine Ladung von 10 auf 80 % in 27 Minuten, während das SUV mit Stern dafür 22 Minuten benötigt. Nach dieser Überlegung führt die Strecke über Pont-l’Évêque und Tourgéville weiter, und der Preis fällt positiv auf. Mit einem Einstiegspreis von 45.990 € für die kleine Batterie und 46.990 € für die große Batterie bleibt der Q4 e-tron in beiden Fällen für die CEE-Prämie berechtigt. Das ist geschickt, zumal die gebotenen Leistungen ordentlich sind.

Gegen Tesla und Xpeng: Die Preisfrage für den Q4 e-tron

Serienmäßig sind eine 2-Zonen-Klimaautomatik, eine elektrische Heckklappe, bidirektionales Laden, beheizbare Vordersitze, 19-Zoll-Felgen und LED-Scheinwerfer an Bord. Für den adaptiven Tempomaten ist dagegen ebenso ein Aufpreis fällig wie für die Wärmepumpe. Gegen Tesla und Xpeng kann das Fragen aufwerfen, denn diese setzen schon zum Einstieg auf eine besonders umfangreiche Ausstattung. Und meist sind sie günstiger …

Das Model Y startet bei 40.990 €, der L03 bei 34.990 €. Hart. Nach der Rückkehr nach Deauville gibt es aber einen Trost: Der Verbrauch bleibt auf außergewöhnlich niedrigem Niveau, bei 10,1 kWh/100 km. Bei einem Kilowattstundenpreis von 0,16 € im EDF-Niedertarif belaufen sich die Kosten für unsere 300-km-Fahrt auf 4,85 €. Was würde ein Q3 Diesel bei derselben sparsamen Fahrweise kosten?

Finanzfazit: 300 km für unter 5 €, Herausforderung geschafft!

Nimmt man an, dass dieser 4 l/100 km Diesel bei einem Dieselpreis von 2,20 € pro Liter verbraucht – entsprechend den bei der Erstellung dieses Artikels beobachteten Preisen –, ergeben sich Kosten von 26,4 €, also mehr als das Fünffache. Allerdings bin ich nicht auf der Autobahn gefahren, und in der Normandie herrschten bei strahlendem Sonnenschein 20 °C: eine ideale Temperatur für Elektrofahrzeuge. In Zeiten teuren Kraftstoffs bleibt diese Leistung dennoch sehr beachtlich. Zudem ist der Q4 e-tron günstiger als der Q3 Diesel, selbst ohne Berücksichtigung des Bonus auf der einen und des Malus auf der anderen Seite …

Audi Q4 Sportback e-tron Performance

46.990 €

Urteil

8.0/10

Das gefällt uns

  • Der niedrige Verbrauch
  • Der deutlich verbesserte Innenraum
  • Das erhaltene Platzangebot
  • Das aktuelle Multimediasystem
  • Die vergleichsweise kontrollierten Preise

Das gefällt uns weniger

  • Das Fehlen einer 400-V-Plattform
  • Der straffe Komfort
  • Die nun touchbasierten Klimabedienelemente
  • Die Wärmepumpe als Option

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