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Ford: Jim Farley warnt vor chinesischer Konkurrenz in den USA

Blauer, moderner Ford Elektro-SUV mit sportlichem Design und LED-Scheinwerfern in heller Ausstellungshalle.

Durch Änderungen bei den Zugangsregeln zum US-Markt könnte die gesamte Automobilindustrie grundlegend umgekrempelt werden. Jim Farley hat seine Belegschaft vor den Umwälzungen gewarnt, die im Laufe dieses Jahrzehnts bevorstehen.

Bei einer Mitarbeiterversammlung am Donnerstag, den 30. Juli, schlug Ford-Chef Jim Farley Alarm. In den kommenden fünf bis zehn Jahren werde chinesische Konkurrenz in die USA drängen – trotz der derzeitigen Barrieren. Der Schutz für Unternehmen wie Ford werde verschwinden. Bislang können sie ihre Marktanteile dank des Verbots chinesischer Software und extrem hoher Zölle noch behaupten oder sogar ausbauen.

Vor Kurzem schloss Ford eine Partnerschaft mit dem chinesischen Branchenriesen Geely. Jim Farley muss seiner großen Belegschaft nun die Gründe für diese Annäherung erläutern. Zwar sei es „wahrscheinlicher“, dass diese neuen Marken am oberen Ende des genannten Zeitraums in die USA eingeführt würden – also eher in zehn als in fünf Jahren. Dennoch sei es notwendig, „China direkt zu schlagen“, denn „wir können sie nicht unbegrenzt fernhalten“, erklärte er im Gespräch mit Axios.

China vor dem Eintritt in den US-Markt

Ford hatte den Wandel des Wettbewerbs auf dem US-Markt bereits früher angesprochen. Einen konkreten Zeitplan hatten die Führungskräfte des Unternehmens jedoch nie genannt. Das bestätigt zugleich, dass dieses Szenario immer wahrscheinlicher Realität wird. Auch das Ende der Amtszeit von Donald Trump und die in den USA geltende Begrenzung der Anzahl von Amtszeiten dürften dabei eine Rolle spielen, denn der Präsident verfolgt gegenüber China eine stark protektionistische Politik.

Chinesische Konkurrenz setzt Ford in Europa unter Druck

In Europa bekommt Ford die chinesische Konkurrenz bereits zu spüren, weil die Markteintrittshürden chinesische Marken nicht abschrecken. Hersteller wie BYD verzeichnen dreistellige Wachstumsraten: In den ersten fünf Monaten wurden in Europa 99.000 Fahrzeuge verkauft. Im Mai 2026 erreichte der Anteil chinesischer Autos an den europäischen Verkäufen 10,5 %, nachdem er zu Jahresbeginn noch bei 6 % und ein Jahr zuvor bei 3 bis 4 % gelegen hatte. Geely, Fords neuer Partner, kam im ersten Quartal 2026 sogar auf das gleiche Verkaufsvolumen wie das US-Unternehmen.

Ford will China auch auf dessen Heimatmarkt herausfordern

Weil China in Europa bereits ein großes Gewicht hat und vor den Toren der USA steht, vertrat der Ford-Chef eine defensive, aber auch offensive Position. „Wir müssen in der Lage sein, sie auf ihrem eigenen Terrain zu schlagen“, sagte er gegenüber Axios. Das deutet auf eine Art politische Gegenseitigkeit hin, bei der Ford seine Verkäufe auch in China wieder steigern könnte – die Partnerschaft mit Geely könnte dabei helfen. Derzeit stehen die Signale jedoch auf Rot: Die Verkäufe gehen zurück. Changan Ford verkauft inzwischen weniger als 100.000 Fahrzeuge, während das Pkw-Joint-Venture früher mehr als 200.000 Einheiten absetzte.

Abseits der Straße könnten BYD und Ford eines Tages auch auf der Rennstrecke in der Formel 1 gegeneinander antreten. Nach 22 Jahren Abwesenheit kehrt Ford ins Fahrerlager zurück, während sein chinesischer Rivale gewissermaßen von der FIA eingeladen wurde. Anfang Juli brach die Marke ihr Schweigen und erklärte, dass es derzeit kein konkretes, unmittelbares Projekt gebe. Sie wäre jedoch an einer solchen Gelegenheit interessiert, falls sich das Reglement ändere und eine „technologische Logik“ gefunden werde.

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