Loganair hat auf der Farnborough Airshow 2026 den Kauf von fünf vollelektrischen ALIA-CTOL-Flugzeugen (CX300) von BETA Technologies bekannt gegeben. Darüber hinaus sicherte sich die Airline eine Option auf weitere fünf Exemplare.
Mit der Vertragsunterzeichnung wird die größte Regionalfluggesellschaft des Vereinigten Königreichs zum ersten kommerziellen europäischen Luftfahrtunternehmen, das sich zum Betrieb einer Elektroflotte verpflichtet. Wie das Partnerportal Aviacionline berichtet, sollen die Flugzeuge ab 2029 eingesetzt werden und auf den Insel- sowie abgelegenen Strecken des Unternehmens Passagiere und Fracht befördern.
ALIA CTOL (CX300) für regionale Loganair-Strecken
Ein großer Teil des Regionalnetzes von Loganair besteht aus Flügen mit einer Länge von bis zu 160 Kilometern (100 Meilen) – einer Distanz, die innerhalb der operativen Reichweite der CX300 liegt. Das Flugzeug kann konventionelle Start- und Landebahnen nutzen; seine Batterien lassen sich mithilfe der von BETA Technologies entwickelten Schnellladesysteme in rund 20 bis 40 Minuten aufladen.
Die Flotte der Gesellschaft umfasst derzeit 16 ATR-72-Turboprops, sechs ATR 42, neun Embraer ERJ-145-Jets, zwei BN-2 Islander und drei DHC-6 Twin Otter.
Erprobungsprogramm in Schottland
Die Vereinbarung geht auf ein Demonstrationsprogramm vom März dieses Jahres zurück. Dabei absolvierte die ALIA CTOL innerhalb von zehn Tagen 23 Flüge und verband die schottischen Städte Glasgow, Dundee, Aberdeen, Inverness, Wick und Kirkwall. Während der Kampagne legte das Flugzeug unter realen Betriebsbedingungen mehr als 1.000 Seemeilen zurück und bestätigte damit seine Leistungsfähigkeit, die Ladeabläufe sowie die Integration in den Luftraum.
„Dies ist ein wahrhaft historischer Moment für Loganair und für die europäische Luftfahrt“, erklärte Luke Farajallah, CEO von Loganair. „Unser Demonstrationsprogramm zu Beginn dieses Jahres hat gezeigt, dass elektrische Luftfahrt nicht länger ein Zukunftskonzept ist, sondern eine tragfähige Geschäftsmöglichkeit, die in unserem bestehenden Netzwerk eingesetzt werden und die essenziellen Dienste für Gemeinden im ganzen Land ergänzen kann. Das Flugzeug hat das Potenzial bewiesen, die Betriebskosten um bis zu 80% zu senken und gleichzeitig die verlässliche regionale Anbindung aufrechtzuerhalten, von der unsere Kunden und diese Gemeinden abhängen“, sagte er. „Die Unterzeichnung dieser Vereinbarung ist der folgerichtige nächste Schritt auf diesem Weg. Sie unterstreicht unser Vertrauen in die Technologie, in die Partnerschaft mit BETA und in unser Ziel, bei nachhaltiger Regionalfliegerei weiterhin an der Spitze zu stehen“, schloss er.
BETA Technologies verweist auf erprobte Leistung
Kyle Clark, Gründer und CEO von BETA Technologies, betonte, dass Loganair nach mehr als sechs Jahrzehnten bei der Verbindung abgelegener Gemeinden hohe Anforderungen an die Einführung neuer Technologien stelle. „Wir haben diesen Anspruch erfüllt, indem wir mehr als 1.000 Seemeilen im eigenen Streckennetz der Airline, auf ihren Routen und unter ihren Betriebsbedingungen geflogen sind. Diese Vereinbarung ist das Ergebnis aus nachgewiesener Leistung und einem Betreiber, der sich der Zukunft der regionalen Luftfahrt verpflichtet fühlt“, erklärte er.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen