Zum Inhalt springen

BAE Systems, Boeing und Saab stärken Partnerschaft für die Boeing T-7 im Vereinigten Königreich

Drei Personen in Uniform vor einem kleinen weißen Trainingsflugzeug auf dem Rollfeld mit Plänen und Laptop auf einem Tisch.

BAE Systems, Boeing und Saab bauen Partnerschaft für die T-7 aus

Die Kampagne zur Ablösung der von der Royal Air Force (RAF) bereits als veraltet eingestuften Hawk-Jets hat mit einer Partnerschaftsvereinbarung von BAE Systems, Boeing und Saab einen weiteren Fortschritt erzielt. Das Dokument besiegelt die seit 2025 bestehende Zusammenarbeit mit dem Ziel, die Boeing T-7 als künftiges britisches System für die fortgeschrittene Pilotenausbildung anzubieten.

Über die Festigung der Kooperation hinaus überführt die neue Vereinbarung das vorherige Memorandum of Understanding (MoU) in eine umfassendere Industriepartnerschaft. Diese sieht die Einrichtung einer Endmontage- und Integrationslinie für das Flugzeug im Vereinigten Königreich vor, wie Aviacionline berichtete.

Zugleich stärkt die Übereinkunft den industriellen Teil des Angebots: Geplant sind mehrere hundert hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie der Aufbau einer nationalen Lieferkette, die das Programm über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg tragen kann.

Boeing T-7 für die unabhängige Pilotenausbildung der RAF

Nach Angaben der Unternehmen soll das Vorhaben sicherstellen, dass das Vereinigte Königreich seine Eigenständigkeit bei der Ausbildung von Kampfpiloten bewahrt. Damit folgt es den Prioritäten des jüngst veröffentlichten Defence Investment Plan.

Das Konzept soll zudem ein vollständiges Ausbildungsökosystem bereitstellen, das auf die Anforderungen der künftigen britischen Kampffliegerei zugeschnitten ist. Das auf der T-7 basierende System verbindet Flugtraining mit fortschrittlichen Simulationsmitteln und wurde dafür entwickelt, Piloten auf Einsätze mit dem Eurofighter Typhoon, der F-35 und später mit den im GCAP-Programm vorgesehenen Flugzeugen der sechsten Generation vorzubereiten.

Flugerprobung und geplante Produktion

Die Bekanntgabe fällt außerdem in eine wichtige Phase der T-7-Entwicklung. Boeing erklärte, dass sich das Schulflugzeug gemeinsam mit der United States Air Force weiterhin in der Flugerprobung befinde. Ende April erreichte das Programm den sogenannten Meilenstein C, womit der Beginn der Low-Rate Initial Production (LRIP) genehmigt wurde. Diese Freigabe gilt als Hinweis auf das Vertrauen des Pentagons in die Reife des Projekts.

Die umfangreiche Einbindung der britischen Industrie dürfte gegenüber den Wettbewerbern zu den wichtigsten Stärken des Angebots zählen. Seit der Unterzeichnung des Memorandum of Understanding im November 2025 prüfen die Unternehmen mögliche Standorte für die künftige Endmontagefabrik und ermitteln zugleich lokale Zulieferer für die Produktionskette. Damit sollen die wirtschaftlichen Vorteile für das Vereinigte Königreich ausgeweitet werden.

Der Wettbewerb um den Auftrag ist jedoch weiterhin offen. Als einer der wichtigsten Rivalen der T-7 gilt die Leonardo M-346; auch weitere Flugzeuge wie die KAI T-50 könnten in der Auswahl eine Rolle spielen.

Die britische Aeralis, die mit einem im Land entwickelten modularen Schulflugzeug antreten wollte, geriet im Mai dieses Jahres nach dem Ausbleiben weiterer Finanzierung in ein Insolvenzverfahren. Ohne neue Investoren ist damit fraglich, ob das Unternehmen im Wettbewerb bleiben kann.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen