Erneut wählte Toyota das Kenshiki Forum als Bühne, um die wichtigsten Neuheiten des japanischen Konzerns für die kommenden Jahre vorzustellen. Die diesjährige Ausgabe stand im Zeichen der Ankündigung des ersten vollelektrischen Toyota-SUV sowie des Verkaufsstarts der zweiten Generation des Wasserstoffautos Toyota Mirai, das auch in Portugal angeboten wird.
Neben den Ankündigungen neuer Modelle sprach die Marke zudem über ihre Zukunft: von den eigenen Absatzerwartungen bis zu Feststoffbatterien, einer der meist erwarteten Technologien der vergangenen Jahre.
60 weitere elektrifizierte Modelle bis 2025
Derzeit fließen 40 % des Toyota-Budgets für Innovation und Forschung in die Elektrifizierung. Dazu gehören neue Plattformen, optimierte Produktionsverfahren, Batterien und Elektromotoren.
Diese Investitionen sollen sich bis 2025 in der Einführung von 60 neuen elektrifizierten Modellen von Toyota und Lexus niederschlagen. Das versichert Koji Toyoshima, Leiter der ZEV Factory, jener Toyota-Sparte, die die Entwicklung von „Null-Emissions“-Technologien verantwortet.
Nach den Prognosen von Koji Toyoshima werden 2025 90 % der von Toyota in Europa verkauften Modelle elektrisch oder elektrifiziert sein (HEV und PHEV). Nur 10 % werden ausschließlich über einen Verbrennungsmotor verfügen.
Elektrifizierung für alle
Akio Toyoda, CEO von Toyota, hat wiederholt erklärt, dass die Elektrifizierung des Autos allein nicht ausreicht. Sie müsse für alle zugänglich werden – nicht nur durch neue Modelle, sondern auch durch neue Mobilitätsdienste. Kinto, die 2019 vorgestellte Sparte, ist das beste Beispiel für diese Ausrichtung.
Deshalb kündigte Toyota in diesem Jahr den Ausbau seiner Partnerschaften an. Neben Subaru, mit dem die E-TNGA-Plattform geteilt werden soll, erklärte Toyota auf dem Kenshiki Forum 2020, die Zusammenarbeit mit den chinesischen Unternehmen CATL und BYD im Batteriebereich weiter zu vertiefen.
Koji Toyoshima teilte außerdem mit, dass Toyota die Zusammenarbeit mit Panasonic fortsetzen wird. Aktuell konzentriert sich diese Partnerschaft darauf, die industrielle Effizienz bei der Batterieproduktion um bis zu 10x zu steigern.
All diese Partnerschaften werden Toyota erhebliche Skaleneffekte, eine höhere Produktionseffizienz und letztlich wettbewerbsfähigere Preise ermöglichen.
Feststoffbatterien
Feststoffbatterien gelten für einige Experten als eine der bedeutendsten Weiterentwicklungen dieser Technologie seit der Einführung von Lithium-Ionen-Zellen.
Laut Koji Toyoshima wird es nicht mehr lange dauern: Toyota und Lexus planen, ab 2025 das erste Modell mit Feststoffbatterien auf den Markt zu bringen.
Gegenüber herkömmlichen Batterien bieten Feststoffbatterien mehrere Vorteile: kürzere Ladezeiten, eine höhere Energiedichte – also mehr gespeicherte Energie in kleineren Batterien – und eine bessere Haltbarkeit.
Toyota befindet sich bei dieser Technologie derzeit in der letzten Entwicklungsphase. Es fehlt nur noch der abschließende Schritt: die Produktion. Es ist zu erwarten, dass das erste Modell mit dieser Technik vom Lexus LF-30 inspiriert sein wird, einem Prototypen, den wir bereits „live und in Farbe“ gesehen haben.
Null Emissionen reichen nicht aus
Die vielleicht wichtigste Botschaft von Koji Toyoshima beim Kenshiki Forum 2020 war jedoch die Ankündigung, dass Toyota nicht nur „Null-Emissions“-Fahrzeuge bauen will. Das Unternehmen will weiter gehen.
Toyotas Engagement für Wasserstoff (Fuel Cell) soll ermöglichen, dass Fahrzeuge mit dieser Technologie nicht nur kein CO₂ ausstoßen, sondern auch CO₂ aus der Atmosphäre aufnehmen können. Mehr denn je sieht Toyota seine Zukunft nicht als reine Automarke, sondern als Mobilitätsmarke.
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