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Dacia wächst weiter und plant große Modellneuheiten

Dunkelgrüner DDIIA Bigster 2025 SUV im Showroom mit glasfront und Sitzbereich im Hintergrund.

Bei der Präsentation der Halbjahresergebnisse von Dacia traten zwei Aspekte besonders deutlich hervor. Erstens setzt die Marke ihren soliden Wachstumskurs fort. Zweitens hält die nähere Zukunft für Dacia zahlreiche Neuheiten bereit.

Ein Blick zurück zeigt: Es sind noch nicht einmal drei Monate vergangen, seit wir den neuen Dacia Duster erstmals fahren konnten – und unser Fazit fiel ausgesprochen positiv aus.

Zudem haben wir gerade die überarbeitete Version des kleinen Dacia Spring in die Liste der bereits gefahrenen Fahrzeuge aufgenommen. Beide Modelle stellen gegenüber ihren Vorgängern zweifellos einen deutlichen Fortschritt dar.

Doch Dacia hat noch weit mehr vor. Als nächstes großes Modell steht der Dacia Bigster an, gewissermaßen der „große Bruder“ des Duster. Er erhält eine größere Karosserie und könnte möglicherweise bis zu sieben Sitzplätze bieten.

Vorgestellt wird er noch vor Jahresende. Ab 2025 dürfte er zum erwarteten Anstieg der weltweiten Verkaufszahlen der Marke beitragen. Laut Xavier Martinet, Vizepräsident von Dacia, übertrifft das geweckte Interesse die Erwartungen.

Der Bigster führt deshalb bereits zu einer Neuordnung der Dacia-Produktion. Mehrere Modelle sollen künftig im Markenwerk in Marokko gebaut werden. Dadurch können die Produktionslinien in Rumänien vollständig für den Dacia Duster und den Bigster genutzt werden.

Und damit nicht genug: Nach dem Bigster kündigt Dacia bereits zwei weitere neue Modelle an. Laut Martinet handelt es sich dabei um vollständige Neuentwicklungen, mit denen Dacia erstmals neue Segmente erschließen wird.

Strategie mit klarer Ausrichtung

Als Dacia vor 20 Jahren unter dem Dach der Renault-Gruppe auf den Markt kam, positionierte sich die Marke zunächst als Low-Cost-Anbieter des französischen Konzerns. Niedrige Preise zählten zu den zentralen Verkaufsargumenten und begründeten den Erfolg von Dacia. Doch das verändert sich, wie der Markenchef erklärte.

„Die Gehälter unserer Kunden sind nicht im selben Tempo gestiegen wie die Autopreise. (…) Sie kauften einen Dacia, weil er günstig war, doch heute kaufen sie ihn auch, weil ihnen das Auto gefällt.“

Xavier Martinet, CEO von Dacia

Nach Aussage von Martinet richtet Dacia sämtliche Entscheidungen daran aus, was Kunden tatsächlich benötigen.

Als Beispiel nennt er den Dacia Spring: „Der Dacia Spring wird überwiegend von Kunden gewählt, die täglich durchschnittlich 30 km mit 30 km/h zurücklegen. Sie brauchen also keine riesige Batterie, und das ermöglicht es, für jedes Produkt das beste Preis-Leistungs-Verhältnis anzubieten.“

Ein weiteres Beispiel ist der Dacia Sandero und die Frage nach einer Hybridversion. „Es ist keine technische Frage – denn die Plattform ist dieselbe wie beim Clio –, sondern allein eine Kostenfrage. Ist der Kunde bereit, den Aufpreis zu zahlen? Ergibt das Sinn?“

Martinet zufolge wäre es wichtiger, beispielsweise ein Automatikgetriebe anzubieten oder in effizientere Motoren zu investieren. „Ein Dacia Sandero Hybrid ergibt derzeit keinen Sinn. 2025 vielleicht?“

Bei den künftigen Antrieben konzentriert sich Dacia vor allem auf LPG-Versionen. Solange die Gesetzgebung dies zulässt, „werden wir weiterhin Fahrzeuge mit Benzin-Verbrennungsmotoren produzieren“.

Beim Diesel sieht es anders aus: Martinet bezeichnet ihn als „ein Thema der Vergangenheit“. Für den europäischen Markt setzt Dacia auf Hybrid- und Mild-Hybrid-Antriebe, auch wenn LPG oberste Priorität genießt.

Bei Elektroautos soll der Dacia Spring in den kommenden Jahren zunächst der einzige Vertreter bleiben. Er ist weiterhin das günstigste Elektroauto auf dem Markt.

Als Teil der Renault-Gruppe spürt Dacia den Druck, die Elektrifizierungsstrategie schneller voranzutreiben. Vorrang haben in diesem Bereich Modelle wie der Megane und Scenic E-Tech sowie der neue Renault 5.

War Euro NCAP eine Enttäuschung?

Auch wenn viele Menschen Dacia unter anderem wegen der Ergebnisse bei den Euro-NCAP-Sicherheitstests niedriger einstufen, erklärt Xavier Martinet, dass dieses Resultat vollständig zur Ausrichtung von Dacia passe.

Der Schutz von Kunden und Insassen in den Modellen der Marke hat für Dacia selbstverständlich einen hohen Stellenwert. Allerdings wirkt sich der starke Fokus von Euro NCAP auf fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme nachteilig auf die Testergebnisse aus.

Denn Dacia zieht es laut Martinet weiterhin vor, seine Modelle nicht „mit Fahrerassistenzsystemen auszustatten, die nicht vorgeschrieben sind und den Endpreis des Fahrzeugs erhöhen“.

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