Die Mercedes CLA Shooting Brake soll den kleinen Markt für elektrische Kombis aufmischen. Mit Schnellladen, bis zu 768 km Reichweite und zwei Kofferräumen bringt die Deutsche alles mit, um ihren Anspruch zu untermauern.
„Hervorragend“ – treffender lässt sich mein Eindruck kaum beschreiben, nachdem ich die elektrische Mercedes CLA vor fast einem Jahr gefahren bin. Sie fährt sich angenehm, arbeitet besonders effizient, bietet viel Ausdauer, lädt schnell und bleibt dabei recht komfortabel. Die batterieelektrische Limousine trägt ihren Titel als Auto des Jahres daher vollkommen zu Recht. Die Kombiversion namens Shooting Brake dürfte es ihr zweifellos gleichtun … oder etwa nicht?
768 km ohne Nachladen: Geht die Rechnung für den Mercedes-Kombi auf?
Gegenüber der Limousine fällt die Reichweite der CLA Shooting Brake weniger spektakulär aus, bleibt mit bis zu 768 km pro Ladung aber bemerkenswert. Mercedes greift dabei erneut nicht zu einem XXL-Akku. Weiterhin kommt der 85-kWh-Akku zum Einsatz, der angesichts der Reichweite noch immer eine vergleichsweise vernünftige Größe besitzt. Dadurch bleibt das Fahrzeug leichter, was sich selbstverständlich positiv im Alltag auswirkt.
Wie bei der Limousine investierten die Ingenieure viel Aufwand in eine möglichst günstige Aerodynamik des Kombis. Der Kühlergrill ist geschlossen, die Windschutzscheibe stark geneigt, der Unterboden verkleidet, die Türgriffe bündig integriert und die Dachlinie trotz der Platzanforderungen der Shooting Brake recht flach ausgeführt. Folglich sinkt die maximale Reichweite gegenüber der Limousine nur geringfügig.
Laden in 22 Minuten: Vorsicht bei der Wahl der Ladesäule!
Auf der modernen 800-V-Plattform aufgebaut, macht die CLA Shooting Brake auch an Schnellladesäulen keine lange Pause. Mit einer maximalen DC-Ladeleistung von 320 kW ermöglicht sie den Ladevorgang von 10 auf 80 % in 22 Minuten. Das verkürzt die Stopps spürbar – selbst bei niedrigen Temperaturen, da die thermische Vorkonditionierung den Akku im passenden Temperaturbereich hält.
Allerdings sollte die Ladesäule sorgfältig ausgewählt werden, denn 320 kW stehen nicht bei jedem Halt zur Verfügung. Bei TotalEnergies liefern einige Ladepunkte beispielsweise maximal 175 kW. Es wäre schließlich schade, das volle Potenzial der CLA nicht auszuschöpfen, oder? Auch bei Tesla ist Vorsicht geboten: Die Supercharger sind nicht mit der 800-V-Architektur der Deutschen kompatibel.
Ein Getriebe im Elektroauto: Die Geheimwaffe gegen leere Batterien?
Tatsächlich übernimmt die CLA Shooting Brake das Getriebe der CLA Limousine. Von einer Doppelkupplungstechnik kann jedoch keine Rede sein: Es handelt sich schlicht um ein Zweiganggetriebe. Ab 110 km/h wird der zweite Gang eingelegt, wobei bei kräftigem Beschleunigen ein deutlicher Ruck spürbar ist. Das Ziel entspricht dem eines Verbrennungsmotors: Die Motordrehzahl soll sinken, um den Verbrauch zu begrenzen.
Der erste Gang ist somit für den Stadtverkehr bei niedrigen Geschwindigkeiten vorgesehen und unterstützt Anfahrten sowie Zwischenspurts. Der zweite kommt vor allem auf der Autobahn zum Einsatz, um die Reichweite des Fahrzeugs bestmöglich auszunutzen. Dadurch kann der Verbrauch im WLTP-Mix bis auf 12,7 kWh/100 km sinken. Für uns ist das die beste Lösung, um die Reichweite eines Elektroautos zu optimieren.
49.450 € und Optionen im Abo: Was bietet die Basisversion wirklich?
Die CLA Shooting Brake ist ein Mercedes. Entsprechend günstig ist sie nicht: Die Einstiegsversion startet bei 49.450 €. Dafür gibt es einen 58-kWh-Akku mit 524 km Reichweite. Zur Ausstattung zählen ein Panoramadach, LED-Scheinwerfer, beheizbare Vordersitze, 17-Zoll-Räder, eine Wärmepumpe und eine Rückfahrkamera. Das ist letztlich recht gewöhnlich und wenig überraschend.
Die höheren Ausstattungslinien bringen erwartungsgemäß mehr mit, doch das ist nicht das Besondere. Einige Extras sind typisch für Mercedes, darunter unterhaltsame Interaktionsgeräusche und das Superscreen mit drei Bildschirmen hinter einer gemeinsamen Glasfläche. Weitere Optionen sind nur per Abonnement erhältlich! Dazu gehören beispielsweise Massagesitze und teilautonomes Fahren.
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