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Lamborghini Miura: die starke Antwort auf Ferrari

Grüner Lamborghini Miura V12 Sportwagen mit goldfarbenen Felgen in Ausstellungshalle.

Als Sohn von Landwirten begann Ferruccio Lamborghini bereits mit 14 Jahren eine Ausbildung zum Mechaniker. Mit 33 verfügte der italienische Unternehmer schon über umfassende Ingenieurskenntnisse und gründete Lamborghini Trattori, ein Unternehmen zur Herstellung von … landwirtschaftlichen Traktoren. Doch dabei blieb es nicht: 1959 errichtete Ferruccio mit Lamborghini Bruciatori eine Fabrik für Ölheizungen.

Die Automobilmarke Lamborghini entstand erst 1963 – mit dem klaren Anspruch, Ferrari Konkurrenz zu machen. Ferruccio Lamborghini sprach Enzo Ferrari auf einige Mängel an und schlug zugleich Lösungen für die Ferrari-Modelle vor. Enzo fühlte sich durch die Hinweise eines „bloßen“ Traktorenherstellers gekränkt und entgegnete Ferruccio, dieser „verstehe nichts von Autos“.

Der Lamborghini Miura als Antwort auf Ferrari

Lamborghinis Reaktion auf Enzos „Beleidigung“ ließ nicht lange auf sich warten. Der Lamborghini Miura war vielleicht nicht der erste seiner Art, doch 1966 stellte er Lamborghinis deutlichste Antwort auf Ferrari dar.

Nachdem im Vorjahr zunächst das Chassis gezeigt worden war, präsentierte Lamborghini auf dem Genfer Autosalon erstmals die Karosserie des Miura der Weltpresse. Bestellungen trafen umgehend aus allen Teilen der Welt ein. Die Fachwelt erlag sofort nicht nur seiner Schönheit, sondern ebenso den technischen Daten des Miura.

Wütender Stier

Dafür gab es gute Gründe: Der quer eingebaute V12-Mittelmotor im Heck – eine vom ersten Mini (1959) beeinflusste Lösung –, vier Weber-Vergaser, ein manuelles Fünfganggetriebe sowie unabhängige Vorder- und Hinterradaufhängungen machten dieses Fahrzeug ebenso revolutionär wie seine 350 PS.

Bei seiner Markteinführung war der Lamborghini Miura das schnellste Serienauto der Welt. Den Sprint von 0 auf 100 km/h absolvierte er in 6,7 s, während die angegebene Höchstgeschwindigkeit bei 280 km/h lag – sie tatsächlich zu erreichen, erwies sich allerdings als deutlich schwieriger. Selbst 50 Jahre später beeindruckt das noch immer!

Für das Design war Marcello Gandini verantwortlich, ein Italiener, der seinen Fahrzeugen größte Aufmerksamkeit für Details und Aerodynamik widmete. Mit seiner verführerischen und zugleich einschüchternden Silhouette ließ der Lamborghini Miura die Herzen der Automobilwelt höherschlagen – und nicht nur dort …

1969 spielte der italienische Sportwagen eine zentrale Rolle in der Eröffnungssequenz des Films „The Italian Job“, die in den italienischen Alpen gedreht wurde. Seine Popularität war so groß, dass er in den Garagen berühmter Persönlichkeiten wie Miles Davis, Rod Stewart und Frank Sinatra zu finden war.

Lamborghini Miura S und SV

Obwohl er bereits als schnellstes Auto aller Zeiten galt, verfeinerte Lamborghini das Konzept weiter und brachte 1968 den Miura S mit 370 PS auf den Markt. Doch die Marke aus Sant’Agata Bolognese ging noch weiter: Kurz darauf, 1971, wurde der Lamborghini Miura SV vorgestellt, ausgestattet mit einem 385-PS-Motor und einem verbesserten Schmiersystem. Er war der letzte und möglicherweise auch der bekannteste Sportwagen der „Baureihe“.

Nach sieben Jahren als Aushängeschild der Marke endete die Produktion des Lamborghini Miura 1973, als Lamborghini mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Dennoch steht außer Frage, dass dieser Sportwagen die Automobilindustrie wie kaum ein anderer geprägt hat.

Er bildete den entscheidenden Schritt hin zur endgültigen Formel künftiger Supersportwagen. Sein Nachfolger, der Countach, festigte diese durch die um 90° gedrehte Einbaulage des Heckmittelmotors: Statt quer saß er nun längs – jene Architektur, die bei allen späteren Supersportwagen zur bevorzugten Lösung wurde. Doch das ist eine andere Geschichte …

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