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Volkswagen Osnabrück: Rafael-Lösung für das T-Roc Cabrio-Werk

Grünes VW SUV-Cabrio im Showroom mit schwarzen Felgen und Osnabrück-Kennzeichen bei Tageslicht.

Im Mai berichteten wir, dass das Volkswagen-Werk in Osnabrück statt T-Roc Cabrio künftig militärische Ausrüstung fertigen könnte. Zu diesem Zeitpunkt war dieses Szenario jedoch noch weit von einer verbindlichen Vereinbarung entfernt.

Das israelische Unternehmen Rafael Advanced Defense Systems hatte Interesse an dem deutschen Standort bekundet. Die Gespräche kamen zwar voran, doch aus der Absicht musste erst noch ein konkreter Vertrag werden.

Inzwischen ist ein erhebliches Hindernis aufgetaucht: Die Qatar Investment Authority (QIA), einer der wichtigsten Volkswagen-Aktionäre, stellte sich gegen die Aussicht auf eine direkte Zusammenarbeit mit Rafael.

Die QIA ist ein Staatsfonds, der mehr als 10 % an Volkswagen hält, rund 17 % der Stimmrechte kontrolliert und zwei Sitze im Aufsichtsrat besetzt. Ihr Anteil reicht allerdings nicht aus, um ein solches Geschäft allein zu verhindern.

Wie Automotive News unter Berufung auf Bloomberg berichtet, könnte nun ein Weg gefunden worden sein, die Blockade zu umgehen und dem Werk in Osnabrück eine neue Perspektive zu geben. Nach dem Ende der Produktion des T-Roc Cabrio im Jahr 2027 dürfte der Standort keine Automobilfertigung mehr haben.

Eine Lösung zur Umgehung von Katar

Als eine der geprüften Optionen gilt, dass Volkswagen Teile des Werks Osnabrück in das Eigentum Niedersachsens überführt. Das deutsche Bundesland könnte anschließend gemeinsam mit Rafael ein Joint Venture gründen, um das neue Geschäft aufzubauen.

Damit würde Volkswagen keine unmittelbare Partnerschaft mit dem israelischen Unternehmen eingehen. Auf diese Weise ließe sich der zentrale Einwand des katarischen Staatsfonds umgehen.

Das bedeutet allerdings nicht, dass die Angelegenheit bereits geklärt ist. Auch wenn die QIA das Vorhaben nicht im Alleingang stoppen kann, bleibt sie ein bedeutender Aktionär und kann Entscheidungen dieser Größenordnung beeinflussen.

Auch Niedersachsen hat ein Interesse daran, dass das Projekt zustande kommt. Das Bundesland verfügt über 20 % der Stimmrechte bei Volkswagen und hätte insbesondere viel davon, die industrielle Tätigkeit in Osnabrück zu erhalten.

Derzeit beschäftigt das Werk rund 2300 Menschen. Ohne ein neues Produkt oder einen neuen Partner würden selbst nach dem Ende der Automobilproduktion weiterhin Kosten für Personal, Instandhaltung, Energie und Infrastruktur anfallen.

Vom Auto zur militärischen Ausrüstung

Geplant ist nicht, Volkswagen zu einem Waffenhersteller umzubauen. In Osnabrück soll Ausrüstung hergestellt werden, die das von Rafael entwickelte Luftverteidigungssystem Iron Dome unterstützt.

Zu den vorgesehenen Produkten zählen schwere Fahrzeuge für den Transport von Raketen, Abschussvorrichtungen und Stromgeneratoren. Die Abfangraketen selbst würden nicht im Volkswagen-Werk gefertigt.

Für Volkswagen geht es vor allem darum, einer Industrieinfrastruktur, die ihren ursprünglichen Zweck bald verliert, eine neue Verwendung zu geben.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender des Volkswagen-Konzerns, hatte sich bereits dafür ausgesprochen, Partner und alternative Nutzungen für Werke zu suchen, in denen keine wettbewerbsfähige Automobilproduktion gesichert werden kann.

Kommt das Projekt zustande, könnte Osnabrück zu einem Beispiel dafür werden, wie der Konzern mit überschüssigen Industriekapazitäten umgehen will.

Eine Vereinbarung gibt es bislang jedoch nicht. Die Verhandlungen dauern an, Volkswagen und Rafael äußerten sich nicht zu den Entwicklungen, während Niedersachsen lediglich bestätigte, Möglichkeiten für eine Beteiligung an einer möglichen Lösung zu prüfen.

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