Laut aktualisierten Daten von Carfax gibt es in den USA mehr als 3,2 Millionen Autos mit offenen Rückrufaktionen, bei denen die Fahrzeuge im Freien sowie mit Abstand zu Gebäuden und anderen Fahrzeugen abgestellt werden müssen. Die Warnung soll mögliche Folgen von Bränden begrenzen, die selbst bei ausgeschaltetem Motor entstehen können.
In den USA werden solche Rückrufaktionen als „Park Outside“ bezeichnet. Hersteller sprechen diese Empfehlung aus, wenn ein Mangel sowohl während der Fahrt als auch nach dem Abstellen des Fahrzeugs eine Brandgefahr verursachen kann.
Das Ausschalten des Motors beseitigt das Risiko nicht zwingend, da bestimmte Stromkreise und elektrische Bauteile weiterhin versorgt werden. Als mögliche Brandursachen gelten Defekte an Hochvoltbatterien, elektrischen Verbindungen, Sitzheizungen und Anlassrelais.
Betroffen sind nicht nur Elektroautos. Die Hinweise gelten ebenso für Benzinmodelle und Plug-in-Hybride.
Kia Telluride gehört zu den jüngsten Fällen
Eine der Rückrufaktionen betrifft 462 869 Kia Telluride aus den Baujahren 2020 bis 2024. Nach Angaben der US-Verkehrssicherheitsbehörde kann ein Stoß gegen die Bedieneinheit zur Einstellung des Vordersitzes den Schalter verschieben oder beschädigen. Dadurch könnte der Elektromotor weiterlaufen und überhitzen.
Kia meldete sieben Brände im Bereich der Sitze sowie 11 Fälle, in denen die jeweiligen Elektromotoren schmolzen. Als kostenlose Abhilfe wird eine elektronische Sicherung eingebaut.
Bis die Maßnahme abgeschlossen ist, sollen Halter ihre Fahrzeuge im Freien und fern von Gebäuden sowie anderen Autos parken.
Jeep-Hybride sollen nicht geladen werden
Eine weitere Warnung vom November 2025 betrifft 320 065 Jeep Wrangler 4xe und Grand Cherokee 4xe. Bestimmte Zellen der Hochvoltbatterie könnten interne Schäden aufweisen, die einen Brand auslösen können.
Dem Hersteller waren 19 Brände bekannt, deren Ursache in der Hochvoltbatterie lag. Neun davon ereigneten sich bei Fahrzeugen, die bereits die Lösung aus einer früheren Rückrufaktion erhalten hatten. Diese wurde später als nicht ausreichend eingestuft, um sämtliche Auffälligkeiten zu erkennen.
Neben dem Abstellen im Freien wurde den Besitzern geraten, die Batterie bis zur Durchführung der neuen Maßnahme nicht zu laden.
Eine separate, im Juni 2026 angekündigte Rückrufaktion umfasste rund 1,08 Millionen Jeep Wrangler und Gladiator und erhöhte die Zahl der „Park Outside“-Fälle um fast 50%. Hier stand ein möglicher Mangel an einer elektrischen Verbindung der Servolenkung im Zusammenhang.
Die Zahl der Warnungen steigt
Von 2015 bis 2019 veröffentlichten Hersteller in den USA durchschnittlich eine solche Warnung pro Jahr. Im Jahr 2024 wurden 10 Warnungen verzeichnet.
In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 stieg die Zahl auf 17. Allein im Juni und Juli wurden acht dieser Rückrufaktionen angekündigt.
Der Anstieg fällt mit der zunehmenden Zahl elektronischer Systeme in modernen Autos zusammen. Denn auch bei abgestelltem Motor bleiben manche Module aktiv, um Sicherheits-, Komfort- oder Konnektivitätsfunktionen mit Strom zu versorgen.
Halter sollten die Fahrgestellnummer prüfen
Dass ein Modell von einer Rückrufaktion betroffen ist, bedeutet nicht, dass jeder einzelne Wagen den Mangel aufweist. Ob ein konkretes Fahrzeug betroffen ist, muss anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer, auch VIN genannt, geprüft werden.
Solange die Reparatur nicht abgeschlossen ist, müssen Halter sämtliche Anweisungen des Herstellers befolgen. Im Freien zu parken bedeutet, das Auto mit Abstand zu Häusern, Garagen, anderen Fahrzeugen, Vegetation und brennbaren Materialien abzustellen.
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