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Renault Clio LPG im Test: Die richtige Wahl?

Roter Renault Clio LPG in einer hellen Ausstellungshalle, Nahaufnahme von vorne rechts.

Für potenzielle Käufer eines Renault Clio gibt es vor allem eines im Überfluss: Auswahl. Von Benzin- und Dieselausführungen bis hin zu einer Hybridvariante ist nahezu alles vertreten – auch die LPG-Version, die wir hier vorstellen.

Nachdem wir bereits die luxuriöseste Ausführung des französischen Kleinwagens, den Initiale Paris, sowie die sportlichste Variante, den R.S. Line, getestet haben, geht es diesmal bodenständiger zu: Wir haben den Clio mit LPG-Motor in der mittleren Ausstattung Intens gefahren.

Das Ziel? Ganz einfach: herauszufinden, wie gut sich der Clio LPG innerhalb der Modellpalette des französischen Kleinwagens schlägt und ob er womöglich sogar die richtige Wahl sein könnte.

Einfach ein Clio

Äußerlich und im Innenraum entspricht dieser Renault Clio mit LPG den übrigen Clio-Versionen vollständig. Lediglich der Einfüllstutzen für den LPG-Tank neben dem Benzineinfüllstutzen sowie der Schalter im Innenraum zur Wahl des verwendeten Kraftstoffs unterscheiden ihn von den anderen Modellen.

Interessanterweise ergeben sich die wichtigsten Abweichungen zu seinen „Markengeschwistern“ aus der Ausstattungslinie Intens. Der getestete Clio liegt damit deutlich näher an jener Version, für die sich die meisten Käufer vermutlich entscheiden werden.

Ausstattung mit Augenmaß

Entsprechend zeigt er sich schlichter und zurückhaltender als die Renault Clio, die wir üblicherweise testen. Dieses Exemplar hatte beispielsweise keine Leichtmetallfelgen. Im Cockpit wich das große 9,3-Zoll-Display einem bescheideneren 7-Zoll-Bildschirm, während das digitale Kombiinstrument durch eine analoge Einheit mit 4,2-Zoll-TFT-Display statt eines 7-Zoll-Displays ersetzt wurde.

Das Bemerkenswerte daran: Trotzdem entstand zu keinem Zeitpunkt der Eindruck, auf etwas Wichtiges verzichten zu müssen. Der Clio Intens bietet alles, was man in einem Kleinwagen normalerweise benötigt. Im Grunde erinnert mich diese Variante an einen Gedanken, den ich bereits beim Test des Dacia Duster formuliert habe: Man bekommt genau das Nötige – und daran ist nichts verkehrt.

Schauen wir genauer hin: Parksensoren hinten? Vorhanden. Klimaanlage? Ebenfalls. Elektrische hintere Fensterheber? Erledigt. Darüber hinaus waren sämtliche Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme an Bord, darunter der Tempomat – wenn auch nicht adaptiv – und die Verkehrszeichenerkennung.

Statt Leichtmetallfelgen verfügt dieser Clio über Radzierblenden, die ihren einfachen Ursprung überzeugend kaschieren. Und seien wir ehrlich: Nach den unvermeidlichen Bordsteinberührungen, denen Felgen meist ausgesetzt sind, lassen sich Radzierblenden erheblich günstiger ersetzen.

Die vom Clio unabhängig von der Ausführung bekannten Stärken bleiben ebenfalls erhalten. Dazu zählen die ordentlich wirkende Verarbeitungsqualität, die den Fortschritt von Renault in diesem Bereich zeigt, und das Raumangebot. Selbst mit dem LPG-Tank an der Stelle des Reserverads bewahrt der französische Kleinwagen sein ausgezeichnetes Kofferraumvolumen von 391 Litern – mehr als mehrere Modelle der Kompaktklasse.

Renault Clio LPG: Was verändert sich beim Fahren?

Am Steuer dieser LPG-Ausführung des Renault Clio begegnet man den typischen Qualitäten eines gelungenen Kleinwagens. Er lässt sich unkompliziert fahren. Die Bedienelemente wirkten in dieser Version etwas leichtgängiger als im zuvor getesteten R.S. Line, ohne dass dies den Fahrkomfort auf längeren Strecken beeinträchtigen würde. Der kleine Franzose erweist sich weiterhin als guter Reisewagen.

Auch fahrdynamisch überzeugt der Clio mit einem gelungenen Fahrwerk. Die in Kurven auftretenden Kräfte werden vom Zusammenspiel aus Fahrwerk und Federung abgefangen, nicht von den Reifen. Diese fallen bei dieser Variante kleiner aus, schonen beim Austausch Umwelt und Geldbeutel und haben das Format 195/55 R16.

Ansonsten bleibt der Clio beim Komfort eine Referenz und verbindet ihn überzeugend mit einer präzisen Fahrdynamik. Diese Ausführung lädt allerdings insgesamt zu einer entspannteren Fahrweise ein.

Denn obwohl der Motor mit 100 PS und 160 Nm spontan und bereitwillig anspricht, fühlt er sich bei mittleren Geschwindigkeiten am wohlsten. Dort punktet er mit angenehm kultiviertem Lauf und guten Verbrauchswerten, sowohl mit Benzin als auch mit LPG. Diese lassen sich allerdings wegen des fehlenden Bordcomputers und Tageskilometerzählers nicht leicht überprüfen.

Das manuelle Fünfganggetriebe hat kurze Schaltwege. Seine eher lange Übersetzung dient Verbrauch und Emissionen, nimmt dem Motor jedoch nicht übermäßig viel Kraft. Auch der einzige verfügbare Fahrmodus „Eco“ kann sich diesen Vorwurf nicht gefallen lassen.

Ist er das richtige Auto für mich?

Nach einer Woche und vielen gefahrenen Kilometern im Renault Clio LPG in der Ausstattung Intens muss ich zugeben: Diese Version ist nicht nur eine gute Wahl, sie könnte innerhalb der Palette des französischen Kleinwagens sogar die beste sein.

Die bereits bekannten Clio-Stärken wie das gute Fahrverhalten und das großzügige Platzangebot sind weiterhin vorhanden. Mit dem LPG-Motor kommen Betriebskosten auf Dieselniveau hinzu, während der angenehme Charakter eines Benzinmotors erhalten bleibt – und ohne dass für diese Motorisierung ein Aufpreis fällig wird.

Bei der Ausstattung stimmt es zwar, dass der Clio nicht den schicken oder sportlichen Auftritt anderer verfügbarer Versionen bietet. Für etwas mehr als 20.000 Euro erhält man jedoch einen praktischen, sparsamen und leicht zu fahrenden Kleinwagen mit bereits beachtlicher Ausstattung. Ist das nicht genau das, was man in diesem Segment sucht?

Wer also einen Kleinwagen sucht, der seinem Namen gerecht wird, für den könnte der Renault Clio LPG durchaus die Antwort auf seine „Gebete“ sein.

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