Bedauerlicherweise wird die Serienversion des Nissan Z Proto nicht nach Europa kommen. Kaum hat man sich darüber gefreut, dass es einen weiteren waschechten Sportwagen gibt, den wir alle gerne gefahren wären, wird einem der Boden unter den Füßen weggezogen – verantwortlich sind die komplizierten Emissionsvorgaben in Europa.
Trotzdem gebührt Nissan Anerkennung dafür, dieses Projekt weiterzuverfolgen: ein echter sportlicher Coupé, während die übrige Branche vor allem weitere Crossover und SUV-„Coupés“ ankündigt, als könnten sie einen gleichwertigen Ersatz darstellen.
Die Frage bleibt jedoch: Weshalb hat Nissan so lange gewartet, um den 370Z zu ersetzen, der bald seinen 12. Geburtstag feiert? Üblicherweise liegt der Lebenszyklus eines Automobils bei sechs bis sieben Jahren.
Der richtige Zeitpunkt für den Nissan Z Proto
Laut Hiroshi Tamura, dem Nissan-Spezialisten für die Modelle Z, GT-R und Nismo, ging es vor allem darum, den passenden Moment abzuwarten und zugleich eine wirtschaftlich tragfähige Rechnung zu erzielen. In seinen Worten: „Wenn die Kunden sagen oder gerade sagen: „Nein, danke“, dann müssen wir aufhören. (Es ging auch darum,) wie wir mit dem richtigen Geschäftsmodell eine Geschichte … oder ein Produkt … schaffen können.“
Natürlich wurde dieser „richtige Zeitpunkt“ bereits vor einigen Jahren festgelegt: 2017 stellte Tamura den Nissan-Führungskräften einen Vorschlag für die Nachfolge des 370Z vor, woraufhin sie die Entwicklung genehmigten. Wer hätte damals vermutet, dass die Welt 2020 durch eine scheinbar endlose Pandemie völlig auf den Kopf gestellt würde?
Nun ja … Rückblickend hätte auch der 370Z kaum zu einem ungünstigeren Zeitpunkt erscheinen können: Ende 2008, mitten in der weltweiten Finanzkrise. Für ein Nischenprodukt wie den 370Z waren das alles andere als gute Nachrichten. Dennoch hielt sich das Modell während der globalen wirtschaftlichen Erholung – und nun steht tatsächlich ein Nachfolger bereit.
Der Nissan Z Proto bleibt zu 100 % ein Nissan
Tamura unterstreicht diesen Gedanken: „Es sind 50 Jahre eines historischen Autos, also muss es unser Erbe widerspiegeln.“ Zur Erinnerung: 1969 kam mit dem 240Z beziehungsweise Fairlady das erste Modell der Z-Baureihe auf den Markt.
Es wirkt, als hätten Hiroshi Tamuras Worte eine bestimmte Person oder ein bestimmtes Modell im Hinterkopf – und wahrscheinlich haben alle längst erraten, welches gemeint ist.
Toyota GR Supra als wichtiger Rivale
Der Toyota GR Supra dürfte zu den bedeutendsten Gegnern des kommenden Nissan Z Proto zählen, dessen endgültige offizielle Modellbezeichnung noch nicht bekannt gegeben wurde. Auch Supra ist bei Toyota ein traditionsreicher Name. Daher überrascht die Kontroverse um den „japanischen“ Sportwagen nicht, der praktisch sämtliche Technik mit dem BMW Z4, dem deutschen Roadster, teilt – von der Plattform bis zum aufgeladenen Reihensechszylinder.
Die endgültigen Daten des Nissan Z Proto kennen wir noch nicht. Fast sicher wird er jedoch weiterhin die Plattform des 370Z nutzen – in Nissan-Sprache FM, deren Ursprünge bis an den Beginn des Jahrhunderts zurückreichen und die bereits beim 350Z eingesetzt wurde. Statt des 3,7-Liter-V6-Saugmotors soll ein moderner 3,0-Liter-V6-Biturbomotor mit einer geschätzten Leistung von rund 400 PS zum Einsatz kommen, der aus den stärksten Varianten von Infiniti Q50 und Q60 stammt.
Die Botschaft ist damit klar. Offen bleibt allerdings, welcher der beiden unabhängig von der Herkunft seiner Komponenten den besseren Sportwagen abgeben wird.
Quelle: Cars Guide.
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