Zum Inhalt springen

Toyota kritisiert die ISV-Regelung im OE 2021

Weißer Toyota Hybrid 2021 in moderner Ausstellungshalle, Ladestation im Hintergrund sichtbar.

Die Kontroverse um den Staatshaushalt OE 2021 sorgt weiterhin für Gesprächsstoff. Nach Honda hat sich nun auch Toyota zum Vorschlag der Partei PAN – Pessoas Animais e Natureza geäußert. Dieser wurde mit den Stimmen von PS und BE verabschiedet; PSD, PCP, CDS und Iniciativa Liberal stimmten dagegen, Chega enthielt sich.

Mit der Annahme des Vorschlags fallen Hybride ohne Reichweitenverlängerer nicht mehr unter den mittleren Satz der Fahrzeugsteuer ISV. Statt weiterhin von einem „Nachlass“ von 40 % zu profitieren, müssen sie künftig die ISV in voller Höhe entrichten.

Laut dem Vorschlag müssen Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge eine elektrische Reichweite von mehr als 50 km sowie offizielle CO₂-Emissionen unter 50 g/km vorweisen. Da es bei herkömmlichen Hybriden „keine Daten zur elektrischen Reichweite“ gibt, sind diese Modelle besonders stark betroffen.

Toyotas Reaktion auf den OE 2021

Toyota erklärt dazu zunächst: „Die jüngste Einschränkung der staatlichen Steueranreize für Hybride und Plug-in-Hybride hält die Automobilbranche davon ab, saubere Technologien stärker zu verbreiten.“

Der Hersteller ergänzt: „Die von der Regierung verabschiedete Maßnahme, zu der die Vertreter der Branche zuvor nicht konsultiert wurden, steht im Widerspruch zur Strategie und zur Verpflichtung Portugals, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen.“

Abschließend erinnert Toyota daran, dass die Entscheidung „zu einem Zeitpunkt kommt, an dem der Automobilsektor einen Absatzrückgang von mehr als 35 % verzeichnet“, und bezeichnet sie als „einen schweren Schlag für die gesamte Industrie“.

Fünf Argumente von Toyota gegen die ISV-Regelung

Vor diesem Hintergrund nennt Toyota fünf Gründe, aus denen sich das Unternehmen gegen die für den OE 2021 beschlossene Entscheidung ausspricht:

  1. Ein Pkw mit Hybridantrieb verbindet zwei Motoren: einen Verbrennungsmotor – bei Toyota und Lexus stets einen Benzinmotor – und einen Elektromotor. Die Toyota-Hybridtechnologie wechselt mühelos zwischen rein elektrischem Fahren und der Effizienz des Benzinmotors bei steigender Geschwindigkeit. Sie spart dadurch nicht nur Kraftstoff, sondern verursacht auch niedrigere CO₂-Emissionen als ein herkömmliches Fahrzeug mit Verbrennungsmotor. Toyota-Fahrzeuge fahren in der Stadt bis zu 50 % der Zeit im Elektromodus, also emissionsfrei, was die Umweltbilanz des Fahrzeugs deutlich verbessert.

  2. Gegenüber Fahrzeugen mit konventionellen Antrieben liegen die Emissionen von Hybridfahrzeugen deutlich niedriger. Beispiele hierfür sind der Toyota Yaris 1.5 Hybrid mit 88 g/km CO₂ gegenüber dem Toyota Yaris 1.0 Benzin mit 128 g/km CO₂ sowie der Toyota Corolla 1.8 Hybrid mit 111 g/km CO₂ gegenüber dem Toyota Corolla 1.2 Benzin mit 151 g/km CO₂. Alle Fahrzeuge durchlaufen selbstverständlich strenge europäische Zertifizierungs- und Homologationsprüfungen, welche diese Werte bestätigen.

  3. Portugal zählt heute zu den Ländern mit der höchsten Steuerbelastung für Automobile. Die nun beschlossene Maßnahme verringert die Wettbewerbsfähigkeit einer umweltfreundlicheren Technologie und führt damit voraussichtlich zu mehr Fahrzeugen mit konventionellen Motorisierungen und höheren CO₂-Emissionen auf den Straßen. Toyota sieht darin einen Rückschritt in der Umweltpolitik der Regierung.

  4. Der portugiesische Fahrzeugbestand gehört mit einem Durchschnittsalter von 13 Jahren zu den ältesten Europas. Toyota ist der Ansicht, dass die erste Maßnahme zur Verringerung der Umweltbelastung auf einer Strategie beruhen sollte, welche die Verschrottung alter, schadstoffreicher und technologisch überholter Autos fördert und ihren Ersatz durch technisch fortschrittlichere Fahrzeuge unterstützt. Elektrifizierte Fahrzeuge mit Hybrid- und Plug-in-Hybridtechnologie seien eine umweltfreundliche Lösung.

  5. Im OE 2021 ist keine Maßnahme vorgesehen, welche die Einfuhr älterer und stärker schadstoffausstoßender Gebrauchtwagen begrenzt. Dieses seit mehreren Jahren anhaltende Phänomen erhöht sowohl das Alter des Fahrzeugbestands als auch die Schadstoffemissionen.

Kommentare

Noch keine Kommentare. Sei der Erste!

Kommentar hinterlassen