Es handelt sich zweifellos um den größten chinesischen Automobilrückruf aller Zeiten. Die Behörden haben zahlreiche Hersteller einbestellt, darunter Tesla, Xiaomi und Leapmotor.
Tesla, Xiaomi, Leapmotor, Xpeng, Zeekr, Chery, Geely Auto, Dongfeng, Arcfox und FAW erhielten am Freitag, den 21. August, in China eine gemeinsame Aufforderung. Die Behörden haben eine beispiellose Rückrufkampagne gestartet, deren Umfang bislang unbekannt war und die insgesamt 7 Millionen Fahrzeuge wegen eines Sicherheitsmangels betrifft.
Ein Bestand von 7 Millionen Fahrzeugen entspricht immerhin 18 % des gesamten Fahrzeugbestands in Frankreich – oder etwa der Größe eines nationalen Fahrzeugbestands wie in Algerien oder der Schweiz. Um all diese Autos abzustellen, wäre ein Parkplatz mit einer Fläche von 87 km² erforderlich.
Konstruktionsmangel bei den Notöffnungen der Türen
Ursache ist ein Konstruktionsproblem. Anders als bei den meisten Rückrufaktionen handelt es sich jedoch nicht um einen technischen Defekt im eigentlichen Sinn. Die Behörden beanstanden vielmehr die Farbwahl eines Bauteils zur Notöffnung der Türen von innen: Es hebt sich ihrer Ansicht nach nicht ausreichend von den umliegenden Verkleidungen ab.
Wenn diese mechanischen Notbedienelemente nicht leicht zu erkennen und zu betätigen sind, kann das bei einem Unfall schwerwiegende Folgen haben. Sie sind sowohl wichtig, damit Insassen die Türen bei einem Ausfall des Niedervolt-Systems öffnen können, als auch für Rettungskräfte.
Tesla ist vom chinesischen Rückruf am stärksten betroffen
Obwohl zehn Automobilhersteller von der Aktion betroffen sind, entfällt der Großteil der zurückgerufenen Fahrzeuge auf Tesla. Insgesamt 5 716 552 Fahrzeuge stammen vom US-Hersteller: lokal in der Gigafactory Shanghai gebaute Model Y und Model 3. Darüber hinaus betrifft der Rückruf importierte Modelle, darunter Model 3 sowie Model X und Model S.
Maßnahmen für Tesla, Xiaomi und weitere Hersteller
Zur Behebung des Problems sollen die Hersteller die Fahrzeuge zurückrufen und einen Aufkleber an den Notöffnungssystemen anbringen, damit diese optisch leichter auffindbar sind. Auch Xiaomi ist mit seiner Limousine SU7 aus dem Jahr 2024 betroffen, und zwar mit 390 435 Einheiten. Tesla und Xiaomi müssen zudem ein Software-Update aus der Ferne durchführen, damit sich die Fenster nach einem Unfall automatisch absenken.
Ein Rückruf, der an ein anderes Thema erinnert: bündige Türgriffe
Die Rückrufaktion ist Teil einer umfassenderen chinesischen Politik, die die Entwicklungen der Hersteller in den vergangenen Jahren hin zu immer mehr Digitalisierung und Elektronik kontrollieren und korrigieren soll. Zu den wichtigsten Ankündigungen zählt das Verbot der „Tesla-Türen“: Dabei handelt es sich um versenkbare, bündig in die Karosserie integrierte Türgriffe ohne mechanische Betätigungsmöglichkeit. Bei einem Ausfall besteht das Risiko, dass sich die Türen nicht mehr öffnen lassen.
Die Behörden haben den betroffenen Automobilherstellern, darunter Tesla und Xiaomi, eine Übergangsfrist eingeräumt, um bereits auf dem Markt eingeführte Fahrzeuge anzupassen; als Stichtag gilt Januar 2029. Für Neufahrzeuge wird die Vorgabe ab Januar 2027 gelten.
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