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Volkswagen Polo Harlequin: Der bunteste Polo aller Zeiten

Volkswagen Polo Harlekin mit mehrfarbig lackierter Karosserie auf Autoschau in weißer Halle.

Traditionell eher zurückhaltend, ist der Volkswagen Polo Harlequin die auffälligste und zugleich am wenigsten konservative Variante in der gesamten Geschichte des Polo.

Als echtes Symbol der 1990er-Jahre – ähnlich wie sein „Cousin“, der Skoda Felicia Fun – gehört der Polo Harlequin zu den Autos, die ursprünglich eigentlich nie in Serienproduktion gehen sollten.

Doch der bunte Polo wurde nicht nur gebaut, sondern auch verkauft: Rund 3800 Exemplare fanden Käufer und begründeten eine Art „Fangemeinde“, die bis heute besteht.

Wie entstand der Volkswagen Polo Harlequin?

Mit der 1994 eingeführten dritten Generation setzte der Volkswagen Polo einen wichtigen Meilenstein in seiner Modellgeschichte. Sie löste sich vollständig von den Wurzeln des Modells, die bis in die 1970er-Jahre und zum Audi 50 zurückreichten.

Auf einer neuen Plattform aufgebaut, wurde der Polo mithilfe modularer Einheiten gefertigt: Technik, Ausstattung, Lackfarbe und Optionen. Das sollte es den Käufern erleichtern, ihren Polo zu konfigurieren.

Um diese Zusammenstellung noch verständlicher zu machen, entwickelte Volkswagen für jede dieser „modularen Einheiten“ ein Farbsystem. Blau stand für Motor und Fahrwerk, also die Technik; Rot kennzeichnete die Sonderausstattungen; Grün die Farboptionen und Gelb die Ausstattung.

Zur Veranschaulichung dieses Systems baute Volkswagen 20 Polo, deren Karosserien aus einer Mischung dieser Farben bestanden. Sie waren für Veranstaltungen bei den Händlern vorgesehen.

Womit die deutsche Marke nicht gerechnet hatte: Kunden wollten einen Polo … in mehreren Farben kaufen. Als Volkswagen dieses Interesse bemerkte, fiel die Entscheidung schnell: 1995 sollten 1000 Volkswagen Polo mit diesem Farbschema produziert werden.

Der Polo Harlequin entstand wie ein Puzzle

Der Name Polo Harlequin bezog sich auf die Figuren der Commedia dell’arte: Der Harlekin hatte die Aufgabe, das Publikum in den Pausen zwischen den Aufführungen zu unterhalten. Seine Herstellung war allerdings alles andere als einfach.

Für einen Polo Harlequin musste Volkswagen zunächst vier Polo in Rot, Blau, Gelb und Mintgrün bauen. Anschließend wurden verschiedene Karosserieteile zwischen diesen Fahrzeugen ausgetauscht, wodurch die farbenfrohen Volkswagen Polo entstanden.

Im Innenraum bot der Volkswagen Polo Harlequin Sitze mit einem speziellen Muster, ein mit blauem Leder bezogenes Lenkrad und einen ebenfalls blau belederten Schaltknauf. Dazu gab es, wie damals üblich, ein Radio von Blaupunkt.

Da die Kunden die dominierende Farbe ihres Polo Harlequin nicht auswählen konnten, erfuhren sie erst bei der Auslieferung, welche Variante sie „erwischt“ hatten. Die ersten 1000 Fahrzeuge wurden zudem mit einem Zertifikat und einem nummerierten Schlüsselanhänger ausgeliefert.

1996 erfasste das Harlequin-„Fieber“ auch den Golf. Für den nordamerikanischen Markt entstanden insgesamt 246 Exemplare des Golf Harlequin, lackiert in den Farben „Pistachio Green“, „Ginster Yellow“, „Tornado Red“ und „Chagall Blue“.

Steht eine Rückkehr bevor?

Der neue Volkswagen Polo Harlequin wurde vom Volkswagen-Importeur in den Niederlanden geschaffen und ist vorerst ein One-off. Damit soll ein Modell gewürdigt werden, das dort bemerkenswerterweise nie offiziell verkauft wurde.

Sein Farbschema ähnelt dem des Originals, ob jedoch auch die Produktionsmethode vergleichbar war, ist nicht bekannt. Am Ende bleibt nur eine Frage: Würdest du den Polo Harlequin gern zurücksehen?

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